Real ist auch gegen Bayern unersättlich

Gut unterliegt Effizienz

von Redaktion

Hoher Besuch war gestern in der Allianz Arena: Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Chef Reinhard Grindel wollten sich bei der Partie gegen Real Madrid in München überzeugen, ob die Spieler des FC Bayern in Form sind für die Großereignisse in diesem Sommer. Bisher notiert waren in den Kalendern der Deutschen das Champions League-Finale und die WM. Seit gestern ist die Wahrscheinlichkeit, dass der FC Bayern das Endspiel der Königsklasse spielt, gesunken. Trotz einer guten Leistung.

Der königliche Besuch ist der erste echte Gradmesser in dieser Saison gewesen. Weitgehend ungeprüft hatte der Deutsche Meister das Halbfinale erreicht. Die 90 Minuten gestern sollten Aufschluss geben, was von Jupp Heynckes’ in die Jahre gekommenen Haudegen zu erwarten ist, wenn es ernst wird. Vor der Begegnung hatte die Stunde der Kaffeesatzleser und Glaskugelbefrager geschlagen: Ist es wieder an der Zeit der Bayern, nachdem Real die letzten zwei Jahre den Titel holte und nun langsam mal an Appetit verlieren muss? Doch Fußball folgt selten Gesetzen der Arithmetik. Und Real ist unersättlich.

Das Spiel drohte schnell, aufgrund der Blitzausfälle von Arjen Robben und Jerome Boateng mit einer Ergebnisverfälschung zu enden. Die Wahrheit ist jedoch schlicht eine andere: Auf diesem Niveau fehlt es den Bayern inzwischen doch – haarscharf – an den entscheidenden Nuancen. Sie spielten gut, sehr gut phasenweise. Aber es reichte nicht gegen Reals Effizienz. Es gab Jahre, da fürchtete Real die „Bestia Negra“ von der Isar, den Angstgegner. Inzwischen jedoch tut sich eine Schere auf, unaufhaltsam wird sie größer zwischen München und Europas Elite.

Das Rückspiel wird mit dieser Hypothek schwer, sehr schwer. Löw wird wieder genau hinschauen – aber hauptsächlich, weil er hofft, dass es nicht noch mehr verletzte deutsche Nationalspieler gibt.

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