München – Sein Tor zum 2:1 war ein Meisterwerk – im Wortsinne. Es bedeutete die erstmalige Führung des EHC im siebten Finale. Und es gehörte in die Rubrik Kunst. Wie Jonathan Matsumoto sich und den Puck um Eisbären-Verteidiger Jonas Müller herumschlängelte und wie er dann auch noch die Zentimeter Torfläche fand, die Berlins Goalie Petri Vehanen nicht abdeckte. Nach dieser Aktion war es unausweichlich: Wenn der EHC München diese Finalserie gewinnt, dann wird Jonathan Matsumoto der MVP sein, der Most Valuable Player, der wertvollste Spieler. So kam es.
MVP Matsumoto – damit hatte niemand gerechnet vor den Playoffs. Der EHC München hatte dem 31-Jährigen bereits im Januar mitgeteilt, dass man keinen neuen Vertrag anbieten würde. „Die Gerüchte sind wahr“, sagte der frisch dekorierte Matsumoto am Donnerstagabend bei den Feierlichkeiten auf dem Eis. „Wenn man mich nicht mehr will, dann gehe ich eben.“ EHC-Geschäftsführer Christian Winkler bestätigte den Abgang des Mittelstürmers, der 2014 in die DEL gekommen war. Ein typischer DEL-Kanadier. Obwohl hoch gedraftet (2006 von den Philadelphia Flyers in der dritten Runde) hat er in der NHL keine Karriere gemacht, es blieb bei 14 Einsätzen für Carolina und Florida, Matsumotos Heimat war die American League.
Nach je einem Jahr in Schwenningen (ein durchwachsenes) und Augsburg (ein für seine persönlioche Bilanz gutes) und zweien in München könnte er in Iserlohn sesshaft werden. Man hört von einem großen Vertrag, Laufzeit vier Jahre, den die Roosters ihm anbieten. Matsumoto soll gute Aussichten haben, 2019 einen deutschen Pass zu erhalten. Dann fiele er aus dem Ausländerkontingent heraus – ein Extrawert für die Karriere in Deutschland. Sogar für einen, der schon MVP ist. gük