Barcelona – Eine feucht-fröhliche Kabinenparty, die beinahe unvermeidlichen „Campeones“-Gesänge, und im Zentrum immer wieder Superstar Lionel Messi und das stille, ob seines nahenden Abschieds besonders wehmütige Genie Andres Iniesta: Der FC Barcelona hat durch das 4:2 bei Deportivo La Coruna seinen 25. Meistertitel in Spanien vorzeitig perfekt gemacht. Doch die Jagd auf eine historische Bestmarke ist noch nicht abgeschlossen.
„Die Unbesiegbaren von Valverde“ titelte das katalanische Sportblatt El Mundo Deportivo bereits. Dabei hatte der Renommierklub tags zuvor in Galizien „erst“ das 34. Ligaspiel in dieser Saison ohne Niederlage hinter sich gebracht. Auch der deutsche Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen hatte dazu seinen maßgeblichen Beitrag geleistet. Vier weitere Partien müssen noch überstanden werden, um als erstes Team in der 87-jährigen Geschichte der Primera Division eine gesamte Spielzeit unbesiegt zu bleiben.
„Wir waren unseren Gegnern hoch überlegen, wir haben in der gesamten Saison nicht ein Spiel verloren. Das ist unglaublich“, sagte Messi nach seinem insgesamt 30. Dreierpack (38., 82., 85.) in Spaniens höchster Spielklasse.
Selbst in der Stunde des Triumphes bekam der fünfmalige Weltfußballer allerdings nicht diese „eine enttäuschende Niederlage“ im Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen AS Rom (0:3) aus dem Kopf, mit welcher der Triple-Traum von Barca vor rund drei Wochen jäh platzte.
Nun also soll als Trostpflaster zumindest die Unbesiegbarkeit in La Liga her. Die wohl höchste Hürde wartet dabei am kommenden Sonntag, dann kommt der Erzrivale Real Madrid ins Camp Nou. Die Königlichen mögen fünf Tage nach dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen die Bayern zwar müde sein, doch das Star-Ensemble um Cristiano Ronaldo und Toni Kroos brennt gewiss auch auf Revanche für die deutliche 0:3-Heimniederlage in der Hinserie.
Wenn es dumm läuft, bleibt den Katalanen am Ende „nur“ das Double, nachdem der spanische Pokal bereits in der Vorwoche durch den 5:0-Kantersieg über den FC Sevilla gewonnen wurde.
Vielleicht auch deswegen preschte die Marketingabteilung von Barca bereits mit einem grellen und vor Superlativen überbordenden Gratulations-Video vor. In riesigen Lettern war darin unter anderem zu lesen: „Die Liga gehört uns“ und „Siebenmal in zehn Jahren die Liga zu gewinnen, macht dich schlicht zum Besten.“
Diese Aufmachung erinnerte an den Abschluss einer Epoche. Und tatsächlich hatte die Meisterfeier des FC Barcelona, die am Montag mit einem Korso durch die Innenstadt ihren Höhepunkt fand, wegen des Ausscheidens von Kapitän Iniesta etwas von einer Zäsur. „Es ist schade, dass er geht, aber das Double ist für ihn mehr als verdient“, sagte Messi über den 33-Jährigen, der kurz vor Spielende zu seinem 670. Einsatz für Barca kam. „Alles hat einen Anfang und ein Ende“, gab Iniesta beinahe poetisch zurück. dpa