München – Für Phillipp Steinhart war die 1:3-Pleite gegen Bayern II schnell abgehakt. Der Linksverteidiger des TSV 1860 heiratete in Fürstenfeldbruck seine langjährige Freundin Ann-Christin. Mit dabei waren auch die Mannschaftskollegen, die in Trikot und Lederhose Spalier für das Brautpaar standen. Spötter würden sagen: Wie beim 1:3 im Derby
Als echte Einheit wollen die Löwen am Samstag auch beim Dorfklub Pipinsried auftreten. Ein Punkt fehlt noch zur Meisterschaft, die Zuversicht für die Aufstiegsspiele gegen Saarbrücken dürfte nach dem Auftritt im Derby nicht größer geworden sein. „Die Überzeugung hat komplett gefehlt“, sagte Sportchef Günther Gorenzel. Immerhin habe das Team „erkannt, dass es so nicht geht. Es war ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit.“ Heute um 10 Uhr beginnt die Vorbereitung auf Pipinsried. Der Aufsteiger aus dem Dachauer Land gewann am Montag 3:1 in Ingolstadt.
Sportlich stehen die Zeichen auf Relegation, planerisch herrscht weiterhin Stillstand beim TSV 1860. Die Strategiesitzung des KGaA-Aufsichtsrats endete ohne Ergebnis. Weder konnte sich die e.V.-Seite um Präsident Robert Reisinger mit den Ismaik-Vertretern Saki Stimoniaris und Peter Cassalette auf ein Modell für eine Budget-Erhöhung einigen, noch bekam die U 21 eine echte Perspektive aufgezeigt. Die Anmeldung für die Bayernligasaison 2018/19 erfolgte zwar fristgerecht, ein Modell mit festem Kader und Trainer fehlt aber weiterhin. „Unter dem Strich ist das Ganze sehr unbefriedigend für 1860“, berichtete ein Teilnehmer der tz.
Über sechs Stunden waren die Bosse in der Allacher Zentrale von Sponsor MAN zusammengesessen. „Wir haben uns konstruktiv und in einer guten Atmosphäre ausgetauscht“, berichtete MAN-Betriebsratschef Stimoniaris, der Sprecher von Investor Hasan Ismaik: „Es gibt nur einen Weg zum Wohle des TSV 1860: gemeinsam. Das ist unser aller Wunsch, daran arbeiten wir.“ Erörtert wurden unter anderem zwei Szenarien für die kommende Saison.
Szenario eins: ein Mannschaftsbudget von drei Millionen Euro ohne neue Fremdmittel. Szenario zwei: ein um bis zu zwei Millionen erhöhtes Budget, das mehr zulassen würde als eine Außenseiterrolle in der 3. Liga (den Aufstieg vorausgesetzt). „Die Gesellschafter kennen unsere Pläne jetzt im Detail“, sagte Gorenzel: „Jetzt warten wir ab, wie es weitergeht.“
Frische Ismaik-Darlehen haben die e.V.-Vertreter mit Verweis auf die damit verbundenen Bedingungen ausgeschlossen. Ein Sponsoring und ein Treuhandkonto stehen als Lösungen im Raum. Das Problem: Es gibt bisher kein Signal von Ismaik. lk, ulk