von Redaktion

München – Eigentlich war es ein ungemütliches Los. Diego Schwartzman ist der kleinste Spieler der Top 50, und ein Knirps, der sich unter Riesen behauptet, muss Biss haben. Im Februar gewann er das Finale in Rio und erhielt dafür höchste Weihen, zumindest nach argentinischen Maßstäben. „Ich bewundere ihn“, ließ Diego Maradona verlauten. Schwartzman trägt seinen Vornamen wegen ihm.

Maximilian Marterer beeindruckte das alles gestern wenig; Nr. 16 der Welt, Maradona als Fan – na und? 6:4, 6:2, er machte im Achtelfinale der BMW Open kurzen Prozess mit dem Knirps. Im ersten Satz wehrte der 22-jährige Nürnberger zehn Breakbälle ab, im zweiten ging es schnell.

„Das war bei weitem mein bestes Ergebnis“, meinte er, Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann fand hingegen, das Talent von der Oberhachinger Tennis Base habe nicht mal sein bestes Match abliefern müssen. Es war als Kompliment gemeint, der Coach hält viel von Marterer: Aktuell wird er auf Weltranglistenplatz 70 geführt, „er ist aber bereit für mehr“, so Kohlmann. Marterer sagte, er peile nun die Top 50 an. „Lustig“ sei das, wie sich Ziele ändern.

Bisher spielte er vor allem gegen den Ruf an, zu lange zu brauchen, um sich zu akklimatisieren. 14 Mal verlor er sein Auftaktmach in Serie. „Er ist einer, der sich wohlfühlen muss“, so Kohlmann. Bei der Future Tour habe es auch bis zum siebten Finale gedauert, ehe er mal eines gewinnen konnte. „Dann aber gewann er vier Mal in Serie.“

Heute im Viertelfinale wartet Marton Fucsovics. Den Ungarn bezwang er neulich in Miami mit 6:4, 6:4. Ob es ein Problem sei, dass er da nicht wieder als Außenseiter startet? „Es ist nicht so, dass die Spieler mein Gesicht nicht kennen“, sagte er. Womöglich erfuhr gestern ja sogar Diego Maradona, wer er ist.  awe

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