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Jagd auf Rosa beginnt in Jerusalem

von Redaktion

Der 101. Giro d’Italia wird von der Doping-Diskussion um Tour-Sieger Froome überschattet

Jerusalem – Exotischer Startort, ein Topfavorit unter Doping-Verdacht und Lance Armstrong als Zaungast: Der 101. Giro d’Italia, der heute in Jerusalem mit einem 9,7- km-Prolog beginnt, produziert ganz besondere Schlagzeilen. Wegen der schwelenden Salbutamol-Affäre, die für Chris Froome in eine Doping-Sperre münden könnte, steht der Seriensieger unter erheblichem Druck. Auch wenn der Brite sagt: „Es gibt keinen Grund, warum ich hier nicht fahren sollte.“

Die Feierstimmung beim ersten Auftakt einer Länder-Rundfahrt außerhalb Europas, immerhin ein 27-Millionen-Euro-Spektakel, ist durch die Anwesenheit des viermaligen Tour-Siegers nachhaltig getrübt. Auch wenn das die Organisatoren, die nur für die Startzusage des PR-Magneten Froome 1,4 Millionen Euro gezahlt haben sollen, anders sehen mögen.

Froome darf heute in der Heiligen Stadt seine Jagd auf das Rosa Trikot starten, obwohl die Affäre um das Asthmamittel Salbutamol weiter ungeklärt ist. Vorjahressieger Tom Dumoulin, Lokalmatador Fabio Aru oder dem prominentesten der sechs deutschen Starter, Tony Martin, droht auf dem dreiwöchigen Weg von Jerusalem nach Rom ein Schattendasein. „Er ist als Gedopter gebrandmarkt“, sagte Martin vor dem Start, und Dumoulin wiederholte seinen Standpunkt zur Causa Froome: „In seiner Position wäre ich nicht dabei.“

Der umstrittene Sky-Kapitän beruft sich auf die Statuten der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA. Sie lassen einen Start zu, bis mögliche Sanktionen wegen der im September 2017 festgestellten Verfehlung verhängt sind. Das Verfahren zieht sich seit fast acht Monaten hin – Klärung nicht in Sicht.

Für Tony Martin ist es der erste Giro seit seinem Profistart 2008. Die 3546 km bis zur Entscheidung am 27. Mai in Rom könnten zum sportlichen Wendepunkt für den 33-Jährigen werden. Den letzten Sieg hatte er im Juni 2017 bei den deutschen Zeitfahr-Meisterschaften verbucht.

Große Chancen auf sein erstes Rosa Trikot durch einen Sieg im Prolog rechnet sich Martin nicht aus. „Ich lege meinen Fokus auf die zweite und dritte Woche. Wir haben ein Team ohne Klassementsfahrer, ohne Sprinter und Bergfahrer. Wir haben alle eine freie Rolle, und ich werden versuche, in Ausreißergruppen mitzugehen und habe das Zeitfahren nach Rovereto im Blick“, so Martin. Der Kurs am 22. Mai über 34 km liege ihm: „Das Zeitfahren ist flach bis wellig, unspektakulär, aber schön.“  dpa

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