München – Es sind große Versprechungen, mit denen der neue TV-Partner der DTM antritt. Sat.1 will die Tourenwagenserie als Nachfolger der ARD „mit ,ran racing’ modern und crossmedial auf unseren Plattformen in Szene setzen“, sagt „ran“-Sportchef Alexander Rösner. Der Privatsender setzt dabei stark auf die Emotions-Karte, will Rensport-Leidenschaft mitreißend transportieren. „Renntage sind Feiertage“ lautet das persönliche Motto von Kommentator Edgar Mielke. Er hat „richtig Bock“ auf die neue Aufgabe, ebenso wie Moderatorin Andrea Kaiser, die neben Matthias Killing im Einsatz sein wird.
Das Sat.1-DTM-Team, das bei der Berichterstattung „die Fahrer in den Mittelpunkt stellen“ will, hat sich als Experten den zweimaligen Champion Timo Scheider zur Verstärkung geholt – der wiederum hat vor, bei Bedarf auch mal Klartext zu reden und „unangenehme Fragen zu stellen. Wenn der Sport kritisch zu beurteilen ist, werde ich das tun.“
105 Minuten Sendezeit an jedem Renntag räumt Sat.1 der DTM ein, mehr als zuletzt die ARD (da waren es etwa 90). Neben der Live-Übertragung der Rennen sind 30 Minuten Vorberichterstattung sowie 15 Minuten nach den Zieldurchfahrten für Analysen und Interviews geplant. Sendebeginn ist jeweils 13 Uhr. Die Qualifyings wird Sat.1 nicht im Fernsehen zeigen, die Fans können die Qualifikationen aber auf der ran-Webseite und via ran-App verfolgen. Außerdem bietet auch die DTM selbst wieder Live-Streams an.
Die große Sorge vieler Fans, der Privatsender Sat.1 könnte die Zuschauer mit ausufernder Werbung quälen, ist laut DTM unbegründet. Die ITR (Dachorganisation der DTM) habe sich mit dem neuen TV-Partner „auf einen verträglichen Umfang an Werbeunterbrechung verständigt. Die Werbung wird uns auf jeden Fall nicht die Show stehlen. Die DTM-Fans werden nichts verpassen.“ So das Versprechen.
Die ARD hatte sich nach 18 Jahren nicht mehr für die DTM-Übertragungsrechte beworben, nachdem die Einschaltquoten im Ersten in den letzten Jahren kontinuierlich gesunken waren. In der abgelaufenen Saison wurde zum zweiten Mal in Folge die Millionengrenze verfehlt – nur noch 0,89 Millionen Zuschauer schalteten 2017 im Schnitt an den Rennwochenenden ein. Zu wenig für die ARD. Nachfolger Sat.1 will nun die Quote mit seinem „moderneren“ Konzept steigern. Der Vertrag mit der ITR läuft zunächst über zwei Jahre. ws