München – Den kleinen Aufnahmetest des Münchner Olympiaparks hat Dominik Klein natürlich in aller Souveränität bestanden. Mit gerade einmal zwei Schlägen war das Bierfass angezapft. Womit dem Umzug des demnächst scheidenden Handball-Profis nach München eigentlich endgültig nichts mehr im Wege steht.
Nach Saisonende wird der 34-Jährige aus Nantes gemeinsam mit Ehefrau Isabell in die Landeshauptstadt übersiedeln. Langweilig wird es ihm nicht werden. Seit gestern hat sich zumindest die erste offizielle Aufgabe für den Weltmeister von 2007 schon gefunden. Klein ist der offizielle Botschafter des Münchner Parts der WM 2019. Für die offizielle Kür vertagte er sogar seinen Trip nach Hamburg, wo er am Wochenende als Experte für die ARD bei den Übertragungen vom Finalturnier um den Deutschen Pokal im Einsatz ist.
Im Rahmen der Weltmeisterschaft im kommenden Januar (9. bis 27.) in Deutschland und Dänemark wird eine Vorrundengruppe bekanntlich in der Olympiahalle ausgetragen. Die deutsche Mannschaft, soviel ist schon vor der Auslosung im Juni klar, wird dabei zwar nicht zu sehen sein. Sie wird das Turnier wie beim letzten Titelgewinn 2007 in Berlin eröffnen. Titelverteidiger Frankreich oder Ex-Champion Kroatien werden die Münchner Gruppe als Kopf anführen. Georg Clarke, als Präsident des Bayerischen Handball Verbandes dann so etwas wie der Gastgeber, nimmt mit was kommt. „Wir haben die einmalige Chance, dem Spitzenhandball hier im Süden eine tolle Plattform zu geben“, sagte er, „am liebsten vor ausverkaufter Halle.“
Da kommt ein Publikumsliebling als Werbeträger gerade Recht. Dominik Klein hatte seine zu Ende gehende Karriere zwar weitestgehend weitab von Bayern verbracht. Dem Freistaat blieb er jedoch stets verbunden. „Jetzt freuen wir uns, dass er das Gesicht der WM wird“, stellte Clarke euphorisiert fest. Doch wie die Dinge stehen, wird Klein weit mehr als das. Die Neuigkeit war kaum verkündet, da zog sich klein auch schon mit den WM-Machern zu ersten Gedankenspielen über die Aktivitäten im Vorfeld des Turniers zurück. Nicht zuletzt an Schulen wird er sich wohl mit engagieren.
Und der erste Stimmungstest lässt ja auch nicht lange auf sich warten. Am 6. Juni ist die Olympiahalle schon einmal Schauplatz einer handballerischen Doppelveranstaltung. Die deutschen Frauen werden sich dann mit Polen auseinandersetzen, im Anschluss messen sich die Männer von Bundestrainer Christian Prokop mit Vize-Weltmeister Norwegen.
Es ist so etwas wie der offizielle Startschuss für die Münchner WM-Kampagne. Das Saisonfinale und damit das Karriereende von Dominik Klein ist dann erst wenige Tage alt. Aber natürlich ist der Botschafter, der zur Inauguration ein Nationaltrikot überreicht bekam, dann auch selbst gleich mit von der Partie. Das liegt in diesem Fall gleich doppelt nahe – im Rahmen des Frauen-Spiels wird unter anderem Gattin Isabell offiziell verabschiedet. „Aus der Sicht eines Ehemannes sollte ich da wohl in der Nähe sein“, sagte er.
Isabell Klein ist übrigens ziemlich wesentlich für die Verbindung ihres Mannes nach München verantwortlich. Die gebürtige Oberschleißheimerin, die derzeit ebenfalls ihre Brötchen in Nantes verdient, hat ihre handballerischen Wurzeln beim TSV Ismaning. Beide lernten sich bei einem Beachhandball-Turnier vor den Toren Münchens kennen. Gut möglich, dass auch sie mit von der Partie ist, wenn im nächsten halben Jahr die Werbetrommel für München 2019 gerührt wird. Auch ohne Bierfass – das hat ihr Mann schon im Griff.