Der Held von Huddersfield

von Redaktion

Der Club und sein deutscher Trainer David Wagner besiegeln den Klassenerhalt in England

von thomas niklaus

London – Als die Sensation perfekt war, gab David Wagner den Party-Befehl. „Jetzt wird gefeiert“, sagte der Trainer von Huddersfield Town inmitten jubelnder Spieler und Fans nach dem 1:1 im Nachholspiel beim FC Chelsea. Zuvor hatten ihn seine Profis in die Luft geworfen.

Mit den Terriers, als krasser Außenseiter in die Premier League gestartet, schaffte Wagner (46) bereits am vorletzten Spieltag der Saison den Klassenerhalt. „Das ist ein Wunder. Für mich ist das die Steigerung und auch höher anzusiedeln als der letztjährige Aufstieg, weil du diese Dichte an hochklassigen Managern und Topspielern in dieser Liga weltweit nirgendwo findest“, sagte der gebürtige Frankfurter bei Sport1.

Man habe „eine realistische Herangehensweise“ gehabt: „Wir haben diese Underdog-Rolle akzeptiert und angenommen. Wir sind mit Rückschlägen sehr entspannt umgegangen, weil wir wussten, dass uns das passieren wird. Die Underdog-Story findet jeder cool, das hat etwas Märchenhaftes.“

Zumal der kleine Verein aus der Grafschaft Yorkshire so gar nicht in die superreiche Premier League mit seinen Stars und Sternchen passt. Die Terriers mit ihren sieben deutschen Profis um den früheren Löwen-Kapitän Christopher Schindler haben den niedrigsten Etat der Liga in Höhe von 30 Millionen Euro und den schlechtesten Kader-Marktwert aller 18 Klubs von nicht einmal 90 Millionen. Bei Meister Manchester City sind Kevin de Bruyne, Leroy Sane und Co. mit insgesamt knapp 860 Millionen Euro veranschlagt (Quelle: transfermarkt.de).

So eine Erfolgsgeschichte weckt Begehrlichkeiten. Wagner, der bis 2015 Borussia Dortmund II trainiert hatte und seit dem Aufstieg 2017 Heldenstatus in Huddersfield genießt, wird aktuell bei Eintracht Frankfurt als Nachfolger von Niko Kovac gehandelt. Zudem soll Liga-Konkurrent Leicester City starkes Interesse bekundet haben.

Wagner hält sich noch alles offen. Er nehme das wahr, könne aber „eine seriöse Aussage dazu nicht tätigen. Ich wusste kürzlich doch gar nicht, in welcher Liga wir nächstes Jahr spielen. Soll ich sagen ,ja, auf jeden Fall’? Soll ich sagen, ich weiß es nicht? Soll ich sagen ,Stand jetzt’?“

Er wisse aber sicher, dass er „so viel Spaß an dem Klub“ habe und dass er nach Saisonschluss mit Besitzer Dean Hoyle wie letztes Jahr konkrete Gespräche führen werde. Dann werde man gemeinsam ausloten: „Was können wir mit diesem Klub machen? Wie können wir es machen?“

Doch noch steht das „Finale“ am Sonntag gegen den FC Arsenal an. Für die Terriers wird es ein Schaulaufen. Dass ausgerechnet Gunners-Teammanager Arsene Wenger in Huddersfield seinen letzten Auftritt hat, ist für Wagner „etwas Außergewöhnliches“. Leider, so fügte er verschmitzt an, „wird sein letztes Spiel hoffentlich nicht so erfolgreich sein. Dafür werden wir alles tun.“

Artikel 1 von 11