München – Dejan Radonjic hat im Dunstkreis der Basketballer des FC Bayern ja schon viele Leute kennengelernt. Das ist kein Wunder, der Montenegriner hat viel Zeit in sein Engagement als Trainer in München investiert. Von acht bis 20 Uhr ist Radonjic dem Vernehmen nach an Trainingstagen im Audi Dome zu sehen.
Mit am häufigsten hat er dieser Tage mit dem Medizinerstab zu tun. Auch vor dem heutigen zweiten Halbfinale bei Meister Bamberg (20 Uhr/Sport1) ist das so. Immerhin: Was Teamarzt Jochen Hahne und Kollegen dem Trainer zu sagen haben, ist zumindest teilweise positiv. Zwar wird Vladimir Lucic wegen seiner Schulterverletzung wohl auch den ersten Trip nach Franken nicht mitmachen können. Doch im Falle von Regisseur Stefan Jovic ging der Daumen schon einmal vorsichtig nach oben. Der Serbe, der am Sonntag wegen Muskelbeschwerden noch passen musste, absolvierte gestern Mittag ein erstes lockeres Training und Radonjic glaubt: „Er wird uns helfen können.“
Doch man merkt: Auch ein erneuter Ausfall des zuletzt alles überstrahlenden Spielmachers würde die Bayern nicht in Panik versetzen. Die beiden letzten Spiele der Viertelfinalserie gegen Frankfurt haben das Selbstvertrauen der Münchner kräftig aufpoliert. Gegen Bamberg sprang vor allem Braydon Hobbs als Kreativgeist in die Bresche. Was der US-Amerikaner selbst nicht weiter ungewöhnlich finden will. „Es ist eine Stärke unseres Kaders“, sagte er, „wenn einer rausgeht, dann springt ein anderer in die Bresche.“
Wobei die Bayern schon ahnen, dass Jovic bei der heutigen Fortsetzung der Halbfinalserie ziemlich wertvoll werden könnte. „Bamberg wird anders auftreten als im ersten Spiel“, sagte Alex King, „da ist jeder Spieler, jeder Körper, den wir dagegen halten können, sehr wertvoll.“
King selbst gehörte zu jenen Akteuren, die auch von Geschäftsführer Marko Pesic nach dem 95:72 vom Sonntagabend ein Sonderlob erhalten hatten. Der Routinier war über weite Strecken der Saison ja nicht mehr als ein Ergänzungsspieler gewesen. Nach den frühen Foulproblemen von Nationalspieler Danilo Barthel sprang er in die Bresche und ackerte 27 Minuten lang. „Ein ganz hervorragender Teamspieler“, wie Pesic betont.
Doch Pesic ahnt, dass man in Bamberg mindestens die gleichen Qualitäten wieder brauchen wird. Denn: „Das wird das schwierigste Spiel des Jahres.“ Patrick Reichelt