Der Nürnberger Doping-Experte Fritz Sörgel warnt nach dem Freispruch für den russischen WM-Kader durch den Weltverband FIFA vor falschen Schlussfolgerungen: „Es bleibt trotzdem eine Systemfrage. Es mag ja sein, dass bei den Aktiven keine belastenden Beweise gefunden worden sind – aber das Dopingsystem ist nach wie vor vorhanden.“ Die FIFA hatte die 28 Spieler im vorläufigen Kader des WM-Gastgebers mangels ausreichender Beweise von den Verdächtigungen freigesprochen. Für Sörgel ein Umstand ohne Aussagekraft. „Das System ist im Vertuschen zu gut, als dass man zu viel Vertrauen haben sollte“, sagte der Pharmakologe. Dass es während der WM vom 14. Juni bis zum 15. Juli positive Doping-Tests gibt, hält Sörgel indes für unwahrscheinlich: „So dumm kann niemand sein.“ Nach dem Staatsdopingskandal um die Winterspiele 2014 in Sotschi und den Erkenntnissen des McLaren-Reports waren der FIFA 155 Proben russischer Fußballer übergeben worden, die die WADA im Moskauer Kontrolllabor beschlagnahmt hatte. Namen der betroffenen Spieler nannte der Weltverband indes nicht. mm