Bamberg – Sie hatten das Heft auch in diesem zweiten Halbfinale lange in der Hand gehabt, die Basketballer des FC Bayern. Am Ende freilich hatte doch der Meister zurückgeschlagen. Die Baskets Bamberg entschieden das Wiedersehen in eigener Halle mit 78:65 (35:34) für sich. 1:1 also, alles wieder auf Null in der Serie nach dem Modus best of five. Am Samstag (18.00 Uhr) brauchen die Münchner nun im heimischen Audi Dome unbedingt einen Sieg um wieder auf Kurs in Richtung Finale einzuschwenken.
Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic hatte ja zu jenen Münchnern gehört, die sich nach dem Halbfinalauftakt nicht mit der zu erwartenden Bamberger Reaktion befassen wollte. „Wir müssen in dieser Situation auf uns selbst schauen“, sagte er, „und unserem Spiel treu bleiben.“
Es muss seinen Profis irgendwie eingeleuchtet haben. Denn die Bayern machten in Bamberg tatsächlich genau da weiter, wo sie in eigener Halle aufgehört hatten. Konzentrierten sich zunächst einmal vor allem auf eine aggressive Defensive. Nicht der schlechteste Gedanke – die wütend anrennenden Franken taten sich jedenfalls denkbar schwer, den Weg zum Korb zu finden. Und nach vorne? Spulten die Bayern kühl ihr Spiel ab und schlichen sich, einmal mehr getragen von Jared Cunningham (15 Punkte), von Beginn an Punkt für Punkt davon (31:18).
Dass Bamberg überhaupt halbwegs ín Schlagdistanz blieb, hatte viel mit Aleksej Nikolic zu tun. Der Slowene (10 Punkte) war der einzige, der in der Anfangsphase Ideen gegen den wuchtigen Münchner Zugriff hatte.
Erst als Bambergs Coach Luca Banchi Mitte des zweiten Viertels die Defensive der Gastgeber umstellte, änderte sich das Bild. Ganz plötzlich liefen auch Münchner Angriffe ins Leere und die Franken rauschten mit einem 14:2-Lauf heran. Und ganz plötzlich hatten die 6150 Zuschauer in der Frankenhölle das, was man eigentlich von Beginn an erwartet hatte: Einen heißen Playoff-Kampf.
In dem die Bayern plötzlich auch Nerven zeigten. Vor allem an der Freiwurflinie ließ das Ensemble von Trainer Dejan Radonjic jede Menge Federn. Ende des dritten Viertels hatten sie gerade 12 ihrer 23 Versuche von der Linie versenkt. Gut 50 Prozent Trefferquote – viel zu wenig in einem derart umkämpften Spiel.
Und das sollte sich rächen. Denn zu Beginn des Schlussviertels meldeten sich die Bamberger Routiniers zu Wort. Ex-NHL-Star Dorell Wright (22 Punkte) versenkte einen Dreier, Daniel Hackett einen zweiten gleich hinten drein. Plötzlich waren die Bayern, die das Spiel lange kontrolliert hatten, mit sechs Punkten im Hintertreffen (59:65). Und das war dann doch der vorentscheidende Schlag. Denn die Führung gab dem Serienchampion aus Franken endgültig die Sicherheit, die zuvor noch gefehlt hatte. Bayern brachte es im Schlussviertel nur noch auf winzige sechs Punkte.“
Danilo Barthel fasste sich selbst an die Nase: „Wir haben es zum Schluss zu schlecht gespielt.“