Ehrenrunde für Schweini

von Redaktion

Südtirol. Bozen. Eppan. Kaltern. Braucht man dafür eine Navigationsführung? Natürlich nicht. Früher ist man ja auch ohne hingekommen, wo die Nationalmannschaft vor Weltmeisterschaften bevorzugt trainiert. Dennoch: Diesmal mit Navi. Weil man sich wegen der Baustellen nie sicher sein kann, ob die logische Route die beste ist. Außerdem: Das Quartier, das wir für die zwei Wochen der Berichterstattung vom DFB-Trainingslager gebucht haben, liegt in einem Örtchen, das uns bislang kein Begriff war: Oberplanitzing.

Das ins Dienstauto des Verlags eingebaute Navigationsgerät hat uns zweimal überrascht. Erste Verwunderlichkeit war, dass es nach einem „Achtung: Die Route wurde aufgrund von Verkehrsmeldungen neu berechnet“, befahl, in Oberaudorf die gänzlich freie Autobahn zu verlassen. Keine zehn Minuten später hat es uns auf die Autobahn zurückgelotst – exakt dort, wo wir abgefahren waren. In der Zwischenzeit führte es uns durch die schönsten Tempo-30-Straßen von Oberaudorf. Was wir uns nur so erklären können: Das Navi ist intelligent. Es wollte uns erinnern an jenen aus eben Oberaudorf stammenden Fußballer, der erstmals seit 2004 nicht an einem großen Trainingslager teilnimmt: Bastian Schweinsteiger. Gut, dann war die Ehrenrunde für ihn. Ein Denkmal hat Oberaudorf ja: das Geschäft, das einst dem Vater gehörte und immer noch „Sport Schweinsteiger“ heißt.

In Oberplanitzing hat das Navi dann das Haus Nummer 68 („Waldrast“) zunächst nicht gefunden, es suchte in Unterplanitzing. Offensichtlich spielt es verrückt bei allem mit Ober: Oberaudorf, Oberplanitzing.

Der Vermieter ist sehr freundlich, er arbeitet bei der Gemeinde Eppan, die sich so ins Zeug legt, die deutsche Mannschaft zu beherbergen. Er sagt: „Bringen Sie die Jungs ruhig mal mit rauf.“ Okay, ich müsste halt vorausfahren. Ohne Navi. Günter Klein

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