LÖWEN-FINALE DAHOAM

Mega-Mölders soll’s erneut richten

von Redaktion

von uli kellner

München – Der Held des Hinspiels trat am Tag danach nur in Form eines DIN A4-Zettels in Erscheinung. Ein bisschen schade war das, weil Sascha Mölders so nicht persönlich mitteilen konnte, wie er zu den neuen Spitznamen steht, die er durch seinen Doppelpack beim 3:2 in Saarbrücken hinzukommen hat. Als „Super-Sascha“ und „Mega-Mölders“ hatte ihn der hochpulsige BR-Kommentator André Siems geadelt, die Dampframme im 1860-Sturm sogar mit Bud Spencer verglichen. Aber es half nichts. Nach dem Schlusspfiff in Völklingen hatte Mölders der zeitige Rückflug am Plaudern gehindert, am Freitag dann der straffe Regenerationsplan. All das stand auf dem Blatt, das die Pressestelle vor dem Rückspiel am Sonntag an die Reporter verteilte – neben einigen arg geschliffen klingenden O-Tönen des Stürmers.

„Ich habe vor dem Spiel in Saarbrücken gesagt, dass ein Auswärtstor nicht schlecht wäre und ein Sieg überragend“, wird der Doppeltorschütze zitiert: „Nun haben wir drei Tore erzielt und gewonnen. Mit dieser Leistung können wir hochzufrieden sein.“ Und mit Blick auf die Perspektive Aufstieg: „Wir haben ein großes Ziel vor Augen, dem wir einen Schritt näher gekommen sind, nicht mehr und nicht weniger.“

Ein Statement, das die Haltung der Löwen in diesen Relegationstagen unterstreicht. Understatement war vor dem Hinspiel Trumpf, ist es auch jetzt. Auch Daniel Bierofka wirkte gedämpft. „Klar haben wir uns gefreut, dass wir 3:2 gewonnen haben“, sagte er, „aber die Freude war nach 15 Minuten wieder weg.“ Nur als es um seinen Topstürmer ging, wurde der Trainer ein wenig euphorischer. „Sascha braucht solche Spiele, wo es auch kitzelt“, sagte er: „Diese Atmosphäre mit ein bisschen Endspielcharakter. Er wächst dann über sich hinaus“, lobte er sein Mentalitätsmonster.

Ein wenig erschöpft wirkte Bierofka, nachdem der 1860-Tross erst kurz vor Mitternacht zurück in München war und entsprechend spät in den Betten lag. „Die Spieler waren sehr müde. Ich glaube, sie haben gut geschlafen“, sagte er: „Bei mir dauert’s immer ein bisserl länger, weil ich das Spiel noch einmal durchgehe.“ Und womöglich schon auf Sonntag vorausblickte. Bierofka erwartet 90 weitere „heiße“ Minuten: „Im Rückspiel können wir uns noch mal auf was gefasst machen.“ Erfreulich für ihn: Alle Spieler sind fit, auch Nono Koussou. Saarbrücken dagegen muss Kevin Behrens ersetzen, der nach einem Foul am 1860-Rechtsaußen Rot gesehen hatte. „Sicher kein Nachteil für uns“, sagte Bierofka.

Patrick Schmidt, im Hinspiel Schütze des 2:2, dürfte seinen Sturmkollegen ersetzen – auch vor ihm haben die Löwen Respekt. „Am Sonntag wird es noch einmal sehr, sehr schwer“, ließ Mölders als Schlusssatz auf den Zitate-Zettel schreiben: „Wir haben in Saarbrücken gesehen, wie stark unser Gegner ist. Wir müssen noch einmal alles aus uns herausholen, um den Sprung in die 3. Liga zu schaffen.“ Ein weiterer Super-Auftritt von Mega-Mölders käme den Löwen nicht ungelegen.

Artikel 1 von 11