Eppan – Marcus Sorg, einer der Co-Trainer bei der Nationalmannschaft, hat bei Länderspielen die erste Halbzeit meist auf der Tribüne verbracht. Dort, wo Internetzugang ist und man alle Daten verfügbar hat. In der Halbzeit ist er hinunter in die Kabine gegangen und hat, so DFB-Manager Oliver Bierhoff, „in zwei, drei Minuten das Wichtigste für Jogi Löw zusammengefasst“. Kompliment: Sorg sei großartig im Filtern von Informationen.
Bei der WM in Russland muss Marcus Sorg die weiten Wege in den Stadien nicht gehen. Erstmals erlaubt die FIFA die Live-Nutzung von Daten. Mit Tablets. Die Trainerbank geht online.
Zur Freude von Technikfreund Oliver Bierhoff, der sehr an der wissenschaftlichen Fortentwicklung des Fußballs interessiert ist und daher schon einige Tage im Silicon Valley war, bei SAP Entwicklungen beobachtete und eine Testphase bei den San Jose Earthquakes begleitete. „Es kommen noch weitere Themen auf uns zu wie Künstliche Intelligenz und Machine Learning – was den Traditionalisten nicht gefällt.“
Jetzt in Eppan und bei den Länderspielen gegen Österreich und Saudi-Arabien wird der DFB ausprobieren, wie er den Internet-Zugang nutzen kann. Nicht sofort, aber mittelfristig, tippt Bierhoff, werde „das Coaching sich verändern“. Klare Zielsetzung der Deutschen dabei: „Wir wollen einen technologischen Wettbewerbsvorteil für uns schaffen.“ gük