Ismaik liebt die Löwen wieder

Friede, Freude, Eierkuchen?

von Redaktion

Man hatte sich schon so seine Gedanken gemacht. Die ganze Löwen-Gemeinde befand sich im emotionalen Ausnahmezustand nach dem ersten Aufstieg seit 24 Jahren. Doch ausgerechnet der Mann, dem der Verein praktisch gehört, schien mit betontem Schweigen zu reagieren. Erst mit einem Tag Verspätung meldete sich Hasan Ismaik und hob zum Lobpreis für den „fantastischen Aufstieg“ an. Mehr noch: Er reichte dem Verein die Hand und beteuerte seine Liebe zu den Löwen. Sind damit nun die ewigen Machtkämpfe im Lager der Blauen beendet? Herrscht endlich Friede, Freude, Eierkuchen?

Nun, fest steht, dass die Gesamtsituation tatsächlich überaus günstig wäre, einen Neuanfang im so schwer gestörten Verhältnis zwischen Verein und Investor zu starten. Schließlich herrscht im Löwen-Lager eine Hochstimmung wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Aufstieg könnte zu einem Wendepunkt in der von allerhand Tristesse überschatteten Vereinshistorie werden.

Der aktuelle Schwung lässt sich aber nur nutzen, wenn der vornehmlich von Kämpfertum geprägte 1860-Kader noch renoviert wird. Gerade die glücklich überstandene Relegation offenbarte ja, dass den Sechzigern noch einige spielerische Mittel fehlen, um auch in der Drittklassigkeit wirklich konkurrenzfähig zu sein. Saarbrücken konnte zwar in der Addition mit 5:4 bezwungen werden, aber es hätte auch leicht anders ausgehen können. Kurz: Für Verstärkungen ist Geld notwendig, das der Verein nicht hat – dafür aber Ismaik. Angeblich würden zwei Millionen Euro reichen, um dem Aufsteiger eine Perspektive in der Drittklassigkeit zu geben.

Nur: Ist der Jordanier wirklich bereit, sich auf eine Zusammenarbeit mit Präsident Robert Reisinger und dessen Gefolgsleuten einzulassen? In der Facebook-Botschaft hat der Investor in seinen Danksagungen nämlich die e.V.-Seite unerwähnt gelassen. Ein Indiz dafür, dass Ismaik nach wie vor keine allzu großen Sympathien für den Vereinschef hegt. Werden also die beiden Hauptgesellschafter imstande sein, sich zumindest zu einer Zweckgemeinschaft zusammenzuraufen? Es wäre den Sechzigern zu wünschen. Andernfalls würde das altbekannte Löwen-Theater wohl von vorne beginnen.

Artikel 1 von 11