Mit Mölders in die 3. Liga

von Redaktion

Neuer Vertrag für den Löwen-Liebling – Gebharts Zukunft ungewiss, Aufstiegsheld Seferings bleibt, Andermatt geht

von uli kellner und Florian Fussek

München – Mit seinen drei Toren in der Relegation hatte Sascha Mölders, 33, einen Löwenanteil am Aufstieg in die 3. Liga. „Vor der Relegation waren wir der Außenseiter. Alle haben gedacht, dass Saarbrücken aufsteigt“, sagte der Torjäger nach dem 2:2 gegen Saarbrücken, das aufgrund des 3:2-Hinspielsieges für die sportliche Auferstehung reichte. Am Ende entschied die Leidenschaft – vorgelebt von Mölders. Er warf sich in jeden Zweikampf, hinten wie vorne – und blieb beim Elfmeter eiskalt.

„Ich habe an nix gedacht“, sagte er lachend: „Nur, dass ich ihn reinmache.“ Für die Fans ist der Ruhrpott-Malocher längst einer von ihnen. Mölders wird verehrt wie sonst nur Trainer Daniel Bierofka. Und das Beste aus Sicht aller Blauen: Mölders wird den Löwen auch in der 3. Liga erhalten bleiben. „Wir sind mit dem Sascha eigentlich schon durch“, erklärte Daniel Bierofka gegenüber unserer Zeitung. Ähnlich äußerte sich Günther Gorenzel in der tz. „In dieser Woche sollte es durch sein“, so der österreichische Sportchef: „Sportlich sind wir uns einig.“

Und nicht nur Mölders dürfte in den nächsten Tagen seinen Stift für die Unterschrift zücken. Auch Aufstiegsheld Simon Seferings, Schütze des 2:2 am Sonntag, soll einen neuen Vertrag unterzeichnen. Für ihn wäre es der krönende Abschluss nach langer Verletzungspause. „Als hier im Sommer alles aufgebaut wurde, musste ich zuschauen. Das tat so weh. In diesem Jahr konnte ich endlich wieder mitspielen. Das letzte Spiel mit einem Tor – das ist ein Traum, das ist unbeschreiblich“, sagte er.

Timo Gebhart wäre auch gerne auf dem Platz gestanden. Stattdessen fieberte er auf Krücken mit. Es könnte trotzdem gut sein, dass er auch in der 3. Liga ein Löwe bleibt, ein weiteres Jahr in der Regionalliga hatte der ehemalige U 21-Nationalspieler ja frühzeitig ausgeschlossen. Bierofka betonte gestern: „Er ist momentan nicht in der Situation, wo er groß Ansprüche stellen kann. Das muss man auch mal sagen. Und das Zweite ist halt: Man muss auch erst schauen, was mit seiner Achillessehne ist.“

Auch in Sachen Verstärkungen tut sich was. „Wir sind uns weitgehend einig mit absoluten Top-Spielern“, erklärte Gorenzel: „Die werden aber nicht ewig warten. Sie sind begehrt auf dem Markt. Es wäre wichtig, dass zeitnah Entscheidungen getroffen werden.“ Gehandelt werden unter anderem Manuel Schäffler, Stefan Lex und Stephan Fürstner.

Schmerzvolle Trennungen bleiben natürlich nicht aus – wie immer wenn ein Verein die Liga wechselt. Nicolas Andermatt gehört zu jenen Profis, die keine Zukunft beim Aufsteiger haben. Bierofka bestätigte den Abschied des Mittelfeldspielers – und räumte ein, dass das die weniger schönen Seiten des Trainerberufs seien. „Das ist halt so in dem Geschäft“, erklärte er: „Ich werde immer Spieler verletzen. Entscheiden heißt verletzen – das ist mir bewusst. Aber ich kann nicht auf jeden Rücksicht nehmen.“ Tröstende Worte gab es von Gorenzel: „Eigentlich hat es jeder Spieler, der im Kader stand, verdient, dazubleiben.“

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