Eppan – Es wird viel über Torhüter geredet in diesen Tagen, speziell über deutsche, aber nicht nur über die für die Nationalmannschaft nominierten. Wer die WM-Spieler beschäftigt, ist auch Loris Karius, der – alle haben es mitverfolgt – mit dem FC Liverpool das Champions-League-Finale verlor. Die Öffentlichkeit diskutiert über seine Fehler – jedoch ebenso darüber, dass kein Mitspieler den unmittelbaren Weg zu ihm antrat. War das der „You’ll Never Walk Alone“-Geist des FC Liverpool? Karius wirkte sehr alleingelassen. Auch Trainer Jürgen Klopp blieb fern.
„Es tut mir leid für Loris, mit ihm habe ich beim DFB in den U-Mannschaften gespielt“, sagt Antonio Rüdiger, der beim FC Chelsea spielt und bei Karius „eine bis zum Samstag ordentliche Saison“ sah. Sein Urteil nun: „Zwei Patzer, da weiß er selber, dass er Mist gebaut hat.“ Die Liverpooler Spieler will er aber nicht verurteilen wegen der Distanz, die sie zu ihrem Torwart aufbauten. „Es ist schwer zu entscheiden, was dein Mitspieler braucht. Der eine will getröstet, der andere in Ruhe gelassen werden.“
Einen Karriereknick bei Karius erwartet Antonio Rüdiger nicht. Auch Julian Draxler denkt, „dass er über die Fehler hinwegkommen und seinen Weg machen wird.“ Was immer hilft in solchen Fällen: Der Satz, „dass es viel schlimmere Sachen gibt im Leben“. gük