München – Robert Lewandowski bereitet sich aktuell mit Polen auf die WM vor, in München haben deshalb die ewigen Gerüchte um die Zukunft des Torjägers Sendepause. Die neueste Nachricht ist, dass der 29-Jährige sich ab sofort von „Lagardère Sports“ betreuen lässt. Vor kurzem schloss die SpVgg Unterhaching ebenfalls eine Partnerschaft mit dem global vernetzten Vermarkter – dass Lewandowski aber bald in der Dritten Liga für die „Rot-Blauen“ kickt, ist freilich Humbug.
Trotz allem war der Stürmer das Mysterium dieser Saison, ein Jahr lang gab er Rätsel auf. Sportlich reihte er Rekord an Rekord; so wurde er als erster Ausländer zum dritten Mal Bundesliga-Torschützenkönig, knackte nach nur 120 Spielen – so schnell wie kein anderer – die 100-Tore-Marke und egalisierte den Rekord von Jupp Heynckes, indem er elf Heimspiele am Stück traf. Neben dem Platz aber sorgte bereits früh in der Saison ein Interview für Ärger, in dem er den materiellen Wert am Fußball offen in den Mittelpunkt rückte. Im Frühjahr baute er sein Management um, auch das wurde als Indiz gewertet, dass er einen Wechsel – am liebsten zu Real Madrid – vorantreibe. In der entscheidenden Saisonphase fehlten dann Lewandowskis Wirkungstreffer, und da der im Winter zugekaufte Sandro Wagner nicht die Klasse für die großen Spiele hat, geistert in München nun der Name Gareth Bale herum. Der Waliser, für den Real einst 100 Millionen Euro zahlte, sucht einen neuen Arbeitgeber, soll aber bei Manchester United bereits im Wort stehen.
Fazit: Ist Lewandowski auf der Höhe, verdient Bayerns Sturm eine 1. Hinter ihm aber ist Wagner ein Hinterbänkler, Note 3-4. Ob ein Mann wie Bale die Musterlösung wäre? Er braucht viel Anlauf und gehörte nicht zu Unrecht zuletzt nicht mehr zu Reals Startelf. Dass Lewandowski nun einen neuen Vermarkter beschäftigt, ist eher ein gutes Zeichen: So kann er auch als Spieler des FC Bayern mehr für sich herausholen. Ohne Wechsel. ANDREAS WERNER