„Wacht auf! Wir haben 2018!“

von Redaktion

Balotelli bei Italien-Comeback wieder mit Rassismus konfrontiert

St. Gallen – Der große Jubel des Mario Balotelli blieb aus, lediglich ein Lächeln huschte über das Gesicht des italienischen Torjägers. Nach seinem Treffer, dem ersten nach vier Jahren Abwesenheit in der Nationalmannschaft, verzichtete das einstige Enfant terrible auf große Gesten. Dabei stiftete er Hoffnung. Nach dem blamablen Verpassen der WM in Russland soll für die „Squadra Azzurra“ eine neue Zeitrechnung beginnen.

„Das Exil ist zu Ende, Super Mario ist wieder da“, schrieb die Zeitung „La Repubblica“ nach dem 2:1 gegen WM-Teilnehmer Saudi-Arabien. Balotelli hatte beim Debüt des neuen Coaches Roberto Mancini die Führung erzielt. Die Tifosi feierten Balotelli mit Standing Ovations – als sei er nie weg gewesen.

Für einen Eklat sorgte allerdings ein Plakat mit der Aufschrift „Mein Kapitän muss italienisches Blut haben“. Balotelli konterte: „Wir sind im Jahr 2018, Jungs. Schluss damit. Wacht auf! Ich bitte euch!“ Der Sohn ghanaischer Einwanderer ist Kandidat als Stellvertreter des Kapitäns Leonardo Bonucci.

„Er hat großes Talent“, sagte Mancini und schickte gleich einen Appell an den 27-Jährigen hinterher: „Er könnte noch mehr leisten.“ Der neue Trainer, der nach monatelanger Suche Mitte Mai vorgestellt worden war, hatte den als schwierigen Charakter geltenden Angreifer zurückgeholt. Nach dem Vorrunden-Aus bei der WM 2014 war Balotelli nicht mehr berücksichtigt worden.  sid

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