„Weh tut es, wenn es passiert“

von Redaktion

Wie Mats Hummels die Enttäuschungen aus dem Münchner Saisonfinale verarbeitet hat

Eppan – Die Bayern-Spieler stellen wie immer die größte Fraktion im Aufgebot für das kommende große Turnier. Sie sind zu siebt. Sieben Spieler, die viele Partien gewonnen haben in dieser Saison – was Selbstvertrauen zur Folge haben muss. Sieben Spieler, die jedoch auch mit dem Scheitern konfrontiert wurden. Und das sind eben die letzten Eindrücke: ausgeschieden gegen Real Madrid im Halbfinale der Champions League und im deutschen Pokalfinale nicht zurechtgekommen mit der kleinen Eintracht aus Frankfurt. Das zweite Missgeschick kann man als Folge des ersten sehen, so wie das Thomas Müller tut: „Real hat uns den Zahn gezogen.“ Damit war die Saison für die Bayern beendet.

Man erinnert sich an 2012. Die Bayern konnten sich während der EM nicht freimachen von den Beklemmungen des verlorenen „Finale dahoam“ in der Champions League. Werden auch 2018 die Enttäuschungen ins Turnier hinein nachwirken?

Mats Hummels will diesen Eindruck nicht aufkommen lassen. „Die Enttäuschung ist verarbeitet und steckt nicht mehr in mir drin“, bilanziert er nach für ihn (er war erst am Freitag gekommen und eingestiegen) fünf Trainingslagertagen in Südtirol. Philosophisch widerspricht er der These, dass einen ein Negativerlebnis dauerhaft zermürben würde: „Es tut am wehesten in dem Moment, in dem es passiert. Und am Tag danach noch.“ Danach aber lässt es schon nach. Die Zeit erledigt den Schmerz. In Eppan treffe er „auf eine neue Umgebung, eine neue Gruppe, ein neues Ziel“.

Sechs Innenverteidiger hat Joachim Löw vorläufig nominiert. Mats Hummels und sein noch rekonvaleszenter Vereinskollege Jerome Boateng sind seit 2014 die bevorzugte Lösung. Ob Boateng zum WM-Auftakt fit werden wird, ist noch ungewiss. Hummels gilt als gesetzt, ist aber zu diplomatisch, um öffentlich einen Wunsch zu äußern, wer nach Boateng sein bevorzugter Abwehrpartner wäre. Rüdiger oder Süle? „Wir haben auch noch Ginter und Tah“, sagt er. Niemanden enttäuschen.  gük

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