Gnadenlose Ringschlacht

von Redaktion

Bei „Steko’s Fight Night“ kommt Michael Smolik in einem wilden Duell zu zwei WM-Gürteln

München – Im wahrsten Sinne des Wortes mit einem blauen Auge davongekommen ist Michael Smolik. Der Thaibox-Schwergewichtler war bei seinem Kampf, bei dem es um zwei WM-Gürtel ging, am Rand der Niederlage. Sein Gegner Enver Sljivar aus der Schweiz sah den Punktsieg des Münchners als Fehlurteil und forderte vehement einen Rückkampf. Nahezu ausverkauft war der Münchner Postpalast bei „Steko’s Fight Night“. Bei tropischen Temperaturen lief der Schweiß nicht nur bei den Athleten in Strömen, sondern auch bei den Zuschauern, die dazu noch viele heiße Kämpfe geboten bekamen.

Viermal ging es um die Weltmeisterschaft, und alle Kämpfer aus dem Gym Steko setzten sich durch – wenn auch teilweise mit Mühe. Bis an seine Grenzen gehen musste Sebastian Preuß (Thaiboxen bis 90 Kilo) gegen Robin Wildhaber. Der Schweizer war zwar der bessere Boxer, aber mit seinen Kicks sorgte Preuß letztlich für die Entscheidung. Wildhaber musste nach einem Niederschlag in der letzten Runde aufgeben. „Beim nächsten Mal muss ich mir meine Kräfte besser einteilen“, analysierte Preuß.

Schneller machte es Dardan Morina (Thaiboxen bis 76 Kilo). Sein Gegner, der Thailänder Kamon Chetphaophan begann mutig und schickte Morina in der ersten Runde zu Boden. „Wahrscheinlich habe ich den Weckruf gebraucht“, meinte der Ingolstädter nach dem Kampf. Denn in der zweiten Runde drehte er auf und gewann durch K.o.

Über die volle Distanz musste Marie Lang gehen (Kickboxen bis 60 Kilo). Sie hatte die Slowakin Lucia Krajcovic aber jederzeit im Griff und feierte einen deutlichen Punktsieg.

Höhepunkt war der Schwergewichtskampf zwischen Michael Smolik und Enver Sljivar. Der eine (Smolik) Weltmeister im Thaiboxen, der andere (Sljivar) im Kickboxen). Gekämpft wurde nach K1-Regeln, es ging um zwei WM-Gürtel. Wie die Stiere gingen die beiden aufeinander los, es entwickelte sich eine gnadenlose Ringschlacht. In der ersten Runde schickte Smolik seinen Gegner zweimal zu Boden, wurde dann in der zweiten Runde zu ungeduldig und musste dies bezahlen. Bei einem Zusammenprall zog sich der Münchner einen Cut über dem Auge zu, war plötzlich gehandicapt und baute auch kräftemäßig ab. „Da habe ich einfach überpaced – wieder was gelernt“, meinte er selbstkritisch. Ende der letzten Runde wurde Sljivar nach einem heftigen Drehkick aber noch einmal angezählt, das gab wohl letztlich den Ausschlag für den knappen Punktsieg von Smolik. Sljivar war nicht einverstanden: „Meiner Meinung nach habe ich den Kampf gewonnen“, schimpfte er und forderte energisch einen Rückkampf: „Die zwei Gürtel sind meine. Die will ich haben.“ Wolfgang Krzizok

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