Mexiko, Auftaktgegner der DFB-Auswahl bei der WM (Sonntag, 17 Uhr), ist nach dem Wirbel um eine angebliche Sex-Orgie aus dem Tritt gekommen, „El Tri“ verlor in Dänemark 0:2. Yussuf Poulsen, Stürmer von RB Leipzig, hatte die Dänen mit einem sehenswerten Treffer aus 17 Metern in Führung gebracht (71.). Beim zweiten Gegentor nur drei Minuten später durch Christian Eriksen stellte sich die mexikanische Hintermannschaft bei einem Einwurf kollektiv schlecht an. „Das erste Tor war außergewöhnlich, aber für das zweite gibt es keine Entschuldigung“, kritisiert Nationaltrainer Juan Carlos Osorio: „Wir werden uns verbessern und an den Dingen arbeiten, die wir uns für das Spiel gegen Deutschland vorgenommen haben. Ich glaube, dass wir Chancen haben.“
Auch Schweden, der zweite deutsche WM-Gegner (23. Juni, 20 Uhr), scheint noch nicht in WM-Form zu sein – ohne den zurückgetretenen Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic strahlten die Skandinavier beim 0:0 in Göteborg gegen Peru keine Torgefahr aus, für Schweden war es die zweite Nullnummer in Folge. „Die Defensive ist unser großes Plus, wir müssen aber noch mutiger den Ball nach vorne spielen“, sagte Leipzig-Profi Emil Forsberg. Bei Gegner Peru konnte Paolo Guerrero, 34, nach ausgesessener Dopingsperre 90 Minuten Matchpraxis sammeln. Der ehemalige Bundesligaprofi des FC Bayern und des HSV, dem ein stimulierendes Abbauprodukt von Kokain nachgewiesen worden war, darf nach einer Entscheidung des Schweizer Bundesgerichts in Russland auflaufen.
Wann und wie lange ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt nach Russland reisen wird, ist final noch nicht geklärt. „Es gibt viele Umstände dabei zu berücksichtigen, nicht zuletzt die Frage: Was hat es mit der Befragung durch das Staatliche Untersuchungskomitee auf sich?“, sagte der 55-Jährige. Seppelt gilt in Russland als Staatsfeind, nachdem er mit seinen Recherchen wesentlich zur Aufklärung des systematischen Sportbetrugs in dem Land beigetragen hatte. Im Mai war ihm das Visum für die WM zunächst verweigert worden. „Angstbesessen bin ich sicher nicht“, erklärte er, „sonst würde ich den Job nicht machen.“
Der frühere Bayern-Profi Xabi Alonso stellt Spaniens Nationalmannschaft vor dem WM-Start über alle anderen Teams. „Das ist immer leicht gesagt, aber ich würde Spanien schon unter den Favoriten einordnen, da es im Augenblick meiner Meinung nach keine bessere Mannschaft gibt“, erklärte der 36-Jährige. Deutschland bleibt für Alonso aber ein zweiter Topfavorit: „So wie sie spielen, wäre es eine Riesenüberraschung, wenn sie nicht ins Halbfinale einziehen würden.“