Pfiffe gegen Nationalspieler

von Redaktion

Franz Beckenbauer: Der „Kaiser“ hatte bei aller Begnadetheit immer seine Gegner. Eskalation beim zweiten deutschen WM-Spiel 1974 gegen Australien in Hamburg (3:0). Das ungeduldige Volk trieb Beckenbauer zu abfälligen Handbewegungen und Jonglage-Übungen im laufenden Spiel.

Stefan Effenberg: Deutsche Fans, die bei der WM 1994 in Chicago das Vorrundenspiel gegen Südkorea sehen, sind empört über die Darbietung der Mannschaft, speziell die von Stefan Effenberg. Als der Jungstar ausgewechselt wird, entbietet er der Kurve den Mittelfinger. Für vier Jahre verschwindet er daraufhin aus dem Nationalteam, gibt 1998 nur ein Kurz-Comeback (zwei Spiele).

Jens Lehmann: Herausforderer von Platzhirsch Oliver Kahn, was man ihm unter Bayern- und Kahn-Fans übel nahm. Beim Eröffnungsspiel der Allianz Arena 2005 (FC Bayern – Nationalmannschaft ohne Bayern-Spieler) wurde er von den Rängen geschmäht. Rivale Kahn bat das Publikum gestenreich um Mäßigung.

Mario Gomez: Ein (folgenloser) Fehlschuss im EM-Vorrundenspiel 2008 in Wien gegen Österreich (aus einem Meter hoch drüber) wurde ihm lange nachgetragen – dafür Miroslav Klose, der andere Mittelstürmer, ausgiebig gefeiert. Dabei bestand zwischen den beiden gar keine Rivalität, sie agierten stets partnerschaftlich, Klose, nun Trainer, lobte gerade wieder „Marios menschliche Größe“.

Timo Werner: Hatte es schwer, weil sein Verein, RB Leipzig, der unbeliebteste im deutschen Profifußball ist. Nach einer Schwalbe in einem Spiel gegen Schalke über Monate der Buhmann der Bundesliga – was sich auch auf seine ersten Länderspiele übertrug.  gük

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