Stuttgart – Erleichtert und zufrieden winkte Roger Federer ins Publikum. Rasenspezialist Mischa Zverev hatte ihn bei seiner Rückkehr auf die Tennis-Tour nicht aufhalten können. Mit dem 6:3, 4:6, 2:6 musste der Hamburger Zverev beim Turnier in Stuttgart dem Schweizer den Einzug ins Viertelfinale überlassen. Der Bruder von Alexander Zverev forderte den Rekord-Grand-Slam-Sieger bei dessen erstem Auftritt seit 81 Tagen zwar erheblich, unterlag aber auch im sechsten Duell.
„Ich fand es eigentlich ziemlich gut. Es hätte viel, viel schlechter laufen können“, sagte Federer. „Der erste Satz war ziemlich frustrierend. Mischa hat gut gespielt. Ich habe mich rausgekämpft. Man vergisst fast, wie es ist, auf dem Platz zu stehen.“ Anders als im vergangenen Jahr durfte sich Federer damit in Stuttgart über einen gelungenen Neuanfang nach der ausgelassenen Sandplatz-Saison freuen. 2017 war Tommy Haas im Achtelfinale zum Spielverderber geworden.
Morgen spielt Federer nun gegen den Argentinier Guido Pella oder den Inder Prajnesh Gunneswaran. Neben Zverev verabschiedete sich auch der Bayreuther Florian Mayer in der Runde der besten 16 mit einem 3:6, 4:6 gegen den Usbeken Denis Istomin. French-Open-Achtelfinalist Maximilian Marterer löste dagegen seine Erstrunden-Aufgabe durch ein 3:6, 6:4, 6:1 gegen den Kroaten Viktor Galovic..
Federer rückte mit dem Erfolg auch seinem Ziel näher, wieder die Spitze der Weltrangliste zu erobern. Mit dem Erreichen des Endspiels am Weissenhof würde der 36-Jährige den Spanier Rafael Nadal ablösen.
Missbilligend schüttelte er den Kopf, als er Mitte des ersten Satzes eine Vorhand ins Aus schlug. Mit einem Volley-Fehler überließ er dem Davis-Cup-Spieler dann das erste Break. Zverev ging mit 5:3 in Führung und sicherte sich vier Punkte später seinen ersten Satzgewinn gegen den Topstar überhaupt. Der steigerte sich anschließend. Ein 4:2 im zweiten Durchgang gab Federer zwar aus der Hand, doch bald gelang der Satzausgleich. Nach 93 Minuten beendete er mit einem unerreichbaren Return die Partie. dpa