Wladimir Putin ist gestern zu Besuch beim FIFA-Kongress gewesen. Kurz hat er reingeschaut bei der Tagung des Fußball-Weltverbandes – und eine Garantie hinterlassen: Die Weltmeisterschaft, die heute beginnt, werde „komplikationslos verlaufen für alle, die nach Russland kommen“. Mit dieser Prognose lehnt er sich nicht weit aus dem Fenster: Der Apparat, der für die Organisation des Sport-Events eingesetzt wird, ist so groß, dass Störungen unwahrscheinlich sind. Hooliganismus wird keine Chance haben, sich in Szene zu setzen, der Terror hoffentlich auch nicht, und im Kampf der Fans gegen die Distanzen im Riesenreich bietet Russland großzügig bemessene Logistik an: Oft gratis wird man in der Lage sein, von A nach B zu gelangen.
Gianni Infantino, der Präsident der FIFA, hat angekündigt, die WM 2018 werde die beste sein, die es jemals gegeben haben wird. Das jetzt schon zu behaupten, ist vermessen; sogar bei den Olympia-Kollegen, die auch gerne superlativ daherreden, wird mit dem Resümee immer bis zur Schlusszeremonie gewartet. Aktuell gilt: Russland hat nicht die beste Ausgangsposition: Seines schlechten politischen Images wegen haben die WM-Touristen aus den westlichen Ländern trotz ihrer räumlichen Nähe verhalten gebucht. Die WM-Vorfreude, die sonst im Vier-Jahres-Rhythmus die Menschen weltweit packt, ist diesmal nicht spürbar. Wie diejenigen urteilen, die das Geschehen aus der Ferne verfolgen, ist in Zeiten, in denen die Finanzierung der WM über die weltweite TV-Vermarktung erfolgt, für die Wahrnehmung der WM entscheidend.
Der Fußball, wenn er erst mal rollt, ist mächtig, er kann vieles in den Hintergrund rücken. Es wird kein leichtes Spiel für ihn.