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von Redaktion

Noch nie nahm eine kleinere Nation als Island an einer WM teil – Elfen, Vulkane und Politik: Was Sie über den Exoten wissen sollten

VON ANDREAS WERNER

München – Island ist das kleinste Land, das sich je für eine WM qualifiziert hat. Mit 340 000 Einwohnern ungefähr so groß wie die Münchner Stadtviertel Ramersdorf, Neuhausen, Thalkirchen und Untergiesing zusammen. Bisher war Trinidad und Tobago 2006 der kleinste Zwerg unter den Weltgrößten. Der karibische Inselstaat zählt eine Million Einwohner, also deutlich mehr. Island hat einen Nationaltrainer, der ursprünglich Zahnarzt war und seine Aufstellungen mit den Fans in einem Pub bespricht. Hier ein paar Fakten rund um den größten Exoten des Turniers:

1) Auf Island gibt es durchschnittlich alle vier Jahre einen Vulkanausbruch.

2) Island war einer der letzten Plätze, die vom Menschen erobert wurden.

3) Island ist die Heimat einer der ältesten Demokratien, im Jahr 930 wurde sie auf der Insel eingeführt.

4) Es gibt auf Island keine Moskitos.

5) Umfragen zufolge sollen rund 80 Prozent der Isländer glauben, dass es Elfen gibt. Auf der Insel gibt es daher sogar eine offizielle Elfenbeauftragte. Und damit die isländischen Elfen geschützt werden, werden Straßen um gewisse Gebiete herumgeleitet, damit der Verkehr die sensiblen Wesen nicht stört.

6) Für ein Land dieser Größe (ca. 103 000 Quadratkilometer Fläche) ist die Bevölkerungsdichte ziemlich gering. Es gibt mehr Schafe (460 000) und Papageitaucher (4 Millionen) als Menschen.

7) Isländer schauen sich durchschnittlich mehr Filme an als jede andere Nation.

8) Es gibt keine Wälder auf Island.

9) Bier war bis 1989 illegal.

10) Island hat eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt und gilt seit 2008 sogar als das friedlichste Land der Erde. Polizisten führen gewöhnlich nur Pfefferspray und Gummiknüppel mit sich.

11) Das rohe Herz des Papageientauchers gilt auf Island als eine Delikatesse.

12) An den 13 Tagen vor Weihnachten bringen die sogenannten „Yule Lads“ Kindern Geschenke oder ranzlige Kartoffeln – je nachdem, wie artig die Kleinen waren. Sie stammen von den Trollen ab und man vermutet, dass es aktuell 13 von ihnen gibt. So genau weiß man es aber nicht.

13) In Island gibt es lange Sommernächte, in denen es im Juni bis zu 22 Stunden hell sein kann. Entsprechend kurz sind die Tage im Winter: Am 22. Dezember sind es schlappe vier Stunden.

14) Wegen des Golfstroms können sich die Witterungsbedingungen auf der Insel jederzeit ändern. „Wenn du das Wetter nicht magst, warte einfach fünf Minuten“, sagen die Einwohner über das Klima.

15) Island hat mit 83 Jahren eine der höchsten Lebenserwartungen auf der Welt. In Deutschland liegt sie bei Buben und Mädchen mit Geburtsjahr 2015 bei rund 81.

16) Die größte Stadt ist die Hauptstadt Reykjavik. Sie hat 120 000 Einwohner – somit leben mehr als 60 Prozent der Bevölkerung dort.

17) Auf Island gibt es einen Frauentag, an dem alle Frauen nichts tun – oder nur das tun, worauf sie Lust haben. Das führt dazu, dass an diesem Tag nichts geht, weil die Herren der Schöpfung alles erledigen müssen und daher gar nicht arbeiten gehen können. Der Frauentag fällt jährlich auf den ersten Sonntag zwischen 18. und 25. Februar.

18) Die Telefonbücher auf Island sind nach den Vornamen sortiert, nicht nach Nachnamen, die auf Island generell wenig in Gebrauch sind. Es sprechen sich ausnahmslos alle mit dem Vornamen an, egal welche Schicht.

19) Die Nachnamen enden auf -son oder -dóttir, weil sich der Nachname vom Vornamen des Vaters ableitet, wobei -son für Sohn steht; Frauen haben die Endung -dóttir, was Tochter bedeutet.

20) Blau, Rot und Weiß sind die Farben der Landesflagge. Die Farben stehen für die Berge, das vulkanische Feuer sowie Schnee und Gletscher. Die Fahne weht seit der Qualifikation an der Hallgrimskirche im Zentrum Reykjaviks.

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