Na gut, es war natürlich nicht die beste Idee, einen Tag vor der WM den Trainer zu feuern. Es gibt aber eben auch nur eine Mannschaft, die das verkraften kann: die Spanier. Ihre Fußballer verbindet die gemeinsame Spielidee. Sie wollen den Ball haben, immer. Passen, laufen, passen, laufen. In der Schule lernen die spanischen Kinder das Einmaleins, auf dem Fußballplatz Tiki-Taka. Mit dieser Strategie dominieren die Spanier den Weltfußball. Ihre Clubs haben in den vergangenen Jahren fast alle wichtigen Vereinswettbewerbe gewonnen, ihre Nationalmannschaft wurde 2008 und 2012 Europameister, 2010 Weltmeister. Der Erfolg Spaniens hat System. Das hebt sie ab von der Konkurrenz. Im deutschen Fußball etwa fehlt die übergeordnete Philosophie, man erkennt das in der Bundesliga. Es ist ihr System, das die Spanier jetzt rettet. Sie wissen genau, was sie tun müssen, das war gegen Portugal (3:3) gut zu sehen. Heute treffen sie auf Iran. Und trotz Trainerchaos kann man bedenkenlos behaupten: Der Weg zum WM-Titel führt über Spanien.