München – Natürlich musste Danilo Barthel auch bei diesem letzten Diensttermin der Saison Sonderschichten schieben. „MVP an den Tisch“, grölte es aus den Tiefen des Biergartens am Nockherberg. Und der 26-Jährige kam bei der Doubleparty seiner Bayern-Basketballer auch diesen Verpflichtungen mit einem Lächeln nach. Wie es ein Mann eben macht, der auf einer Woge des Erfolges schwebt. Meister und Pokalsieger mit dem FC Bayern, wertvollster Spieler des Finales ist er geworden. „Es ist unbeschreiblich, mit einem Mal siehst du, wofür du die ganzen Jahre gearbeitet hast“, schwärmte er.
Und nun? Barthels vertrag läuft aus. Aber der unermüdliche Forward, der nächste Woche schon bei der Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gefragt ist, weiß natürlich um die guten Argumente, die er in diesen Wochen in eigener Sache gesammelt hat. Mit Zukunftswünschen hält er sich entsprechend zurück: „Was jetzt passiert, das werden wir sehen.“
Für den FC Bayern ist der gebürtige Heidelberger eine der Personalien, bei der sich die Verantwortlichen schon festlegen. „Danilo würden wir natürlich gerne halten“, betonte Geschäftsführer Marko Pesic. Der Rest wird auch maßgeblich vom zukünftigen Trainer abhängen. Kurzzeitlösung Deijan Radonjic deutete am Dienstag an, dass er gerne zur Langzeitlösung werden würde. Die Türen beim Verein stehen nach dem Meisterstück offen. „Wir müssen jetzt sehen, was er will“, sagte Pesic. Will heißen: In den nächsten Tagen wird abgeklärt, ob die Ideen von Radonjic über die Zukunft des Klubs mit jenen von Pesic und Sportchef Daniele Baiesi kompatibel sind. Eine Entscheidung wird im Laufe der nächsten Woche zu erwarten sein.
Klar ist: der Verein muss sich für die Mehrbelastungen in der Euroleague breiter aufstellen. Das betrifft neben Organisation und medizinischer Abteilung natürlich auch den Kader. Wobei die Bayern gerne das Erfolgsrezept Kontinuität auch in die nächste Spielzeit bringen würden. Das Gerüst der Meistermannschaft soll nach Möglichkeit an Bord bleiben. Bei Spielern wie Stefan Jovic, Vladimir Lucic, Milan Macvan und Braydon Hobbs ist der Fall klar, sie haben noch gültige Verträge. Alles Weitere wollen Pesic und Baiesi ebenfalls ab kommender Woche abklopfen.
Viel spricht dafür dass dann auch der Noch-Bamberger Maodo Lo im Audi Dome begrüßt wird. Es ist kein Geheimnis, dass der Nationalspieler gerne weiter in der Euroleague spielen würde. Das kann er in Bamberg nun ja nicht mehr. Die Franken hatten sich nach dem Aus gegen die Bayern zunächst ja für den Eurocup registriert. In diesen Tagen kam die überraschende Wende – der entthronte Meister band sich für mindestens fünf Spielzeiten an die Champions League des Weltverbandes FIBA. Die Personalie Lo wurde vom FC Bayern zumindest schon einmal nicht dementiert.
Diskutiert wurde in den letzten Tagen ja auch über Paul Zipser. Beim Ex-Bayern ist nach einem wenig erbaulichen Jahr bei den Chicago Bulls die Zukunft in Übersee eher ungewiss. Mitte Juli wird sich zeigen, ob sich die Bulls oder ein anderes NBA-Team seine Dienste sichern. Konkret befasst haben sich die Münchner mit dem Forward nicht. Doch das könnte sich ändern, falls Zipsers Weg tatsächlich zurück nach Europa führt. „Paul ist unser Spieler“, sagte Pesic, „die Tür wird für ihn bei uns immer offen stehen.“