Endlich dahoam

von Redaktion

1860: Stefan Lex, Stürmer aus Erding, spielt für seinen Lieblingsverein

München – Sein erster Satz war nicht besonders einfallsreich, er war aber irre sympathisch und machte deutlich, warum dieser Fußballer so gut zum TSV 1860 passt. „I bin de Stefan Lex, i komm’ aus Erding, wohn’ in Eitting und hab’ da a Haus baut“, sagte Stefan Lex, 28, Stürmer, der in seinem Kleiderschrank noch immer die Löwen-Bettwäsche aufbewahrt, in die er sich als kleines Kind gekuschelt hat. Er hat sie jetzt noch nicht rausgekramt, vielleicht muss er das noch mit seiner Verlobten diskutieren, er freut sich aber, endlich für den Verein zu spielen, den er bis heute angefeuert hat. Für zwei Jahre hat er sich an den TSV gebunden. Er sagt: „Das ist ein Kindheitstraum, der sich endlich erfüllt.“

Lex und die Löwen hatten sich schon mehrmals angenähert, aber dann doch nicht zueinander gefunden. In der Jugend spielte er zweimal an der Grünwalder Straße vor, ein paar Jahre später durfte er mit der zweiten Mannschaft trainieren, dann sogar mal mit den Profis. Geblieben ist er nie. Und als die Sechziger noch etwas später gar nicht mehr anders konnten, als sich für den talentierten Stürmer zu interessieren, war der Club nicht mehr interessant genug für ihn.

Im Februar 2014 wechselte er zum FC Ingolstadt, viereinhalb Jahre blieb er. Er stieg mit dem Verein in die Bundesliga auf, sammelte in der ersten Liga nicht nur Minuten, sondern auch zwei Tore. Irgendwann aber setzte der Trainer nicht mehr auf Lex, am Ende setzte er ihn im Training als Rechtsverteidiger ein, um der Stammelf ein vernünftiges Abschlussspielchen bieten zu können. Lex sagt: „Ich wollte das nicht wahrhaben.“

In dieser schwierigen Zeit fing Lex an, die Mannschaftskasse zu verwalten, um Einfluss auf den Teamgeist nehmen zu können, wie er sagt. Solche Details gefallen Daniel Bierofka, dem 1860-Trainer, der intern sehr für Lex geworben hat. Neben den sportlichen Fähigkeiten – sehr schnell, vor dem Tor zielstrebig – schätzt er das besonders. Lex wiederum freut sich auf „einen Trainer, der mich unbedingt haben wollte“.

Ein Umstand hat Lex dann doch überrascht. Er hat jetzt, da er endlich dahoam ist, noch keine drei Mitspieler gefunden, die schafkopfen können. christopher meltzer

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