Skateboard: 300 spektakuläre Meter

von Redaktion

München – Irgendwann hat Jost Arens aufgehört zu zählen. Er ist gestern 21 Jahre alt geworden, weiß aber nicht, wie oft er schon in ein Flugzeug gestiegen ist. An die Reisen erinnert er sich natürlich noch. Einmal, das fällt ihm sofort ein, tourte er durch Marokko, immer der Küste entlang, an Flecken, wo sich nur wenige Touristen hinverirren. „Die Orte waren geil“, sagt er, „das Essen auch.“ Und wenn er einen besonders schönen Fleck gefunden hatte, packte er sein Skateboard aus und drehte ein Video.

Arens, der in einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen lebt, kann das Brett mit den vier Rädern so gut kontrollieren, dass er damit sein Geld verdient. Sechs, sieben Monate im Jahr reist er durch die Welt, um sich in Contests zu beweisen oder Videos zu produzieren. Gestern hat er sich mal wieder in ein Flugzeug gesetzt, durfte aber erstaunlich schnell wieder aussteigen. Arens flog von Münster nach München, wo er sich beim Actionsportfest Munich Mash messen wird, das von Freitag bis Sonntag im Münchner Olympiapark zum fünften Mal ausgetragen wird.

Die Skater gehörten schon immer zu den Hauptattraktionen des Mash. In diesem Jahr haben sie aber einen besonders promimenten Programmplatz erhalten. Die Athleten rasen einen spektakulären 300-Meter-Parcours mit steilen Kurven und kniffligen Hindernissen hinab, der sich vom Hang oberhalb des Coubertinplatzes in den Olympiasee schlängelt. Red Bull Roller Coaster nennt sich der Contest, der am Samstag (17 Uhr) stattfindet. Und weil sich ein paar der weltbesten Skater angekündigt haben, müssen sich die lokalen Athleten schon heute (15.30 Uhr) um den letzten freien Startplatz streiten.

Auch Arens, immerhin amtierender Deutscher Meister, muss in dieser Qualifikation antreten. Er erwartet nicht zu viel, die vielen Rampen „sind nicht so meine Disziplin“. Er fühlt sich auf der Straße wohler, „da, wo das Skaten herkommt“. christopher meltzer

Artikel 7 von 11