Kasan – Diego Costa hat WM-Favorit Spanien gegen den krassen Außenseiter Iran auf Achtelfinal-Kurs gebracht und den Hoffnungen der leidenschaftlich verteidigenden Asiaten auf eine WM-Sensation einen Dämpfer versetzt. Dank des dritten Turniertreffers des Angreifers besiegte der drückend überlegene, aber offensiv zu ideenlose Weltmeister von 2010 den Iran in Kasan mit 1:0. Die Spanier knackten das massive Abwehr-Bollwerk durch ihren Mittelstürmer erst in der zweiten Halbzeit (54.) und mussten am Ende sogar noch um den Sieg bangen. Zum sicheren Einzug ins Achtelfinale benötigen die Iberer im letzten Gruppenspiel gegen Marokko am Montag noch einen Punkt oder einen Sieg Portugals gegen Iran.
Die iranischen Fans waren in der Kasan Arena eindeutig in der Überzahl und feuerten ihr Team lautstark an. Überzahl hatten die von Trainer Carlos Queiroz sehr defensiv eingestellte Elf auch in der Defensive. Teilweise mit Sechserkette stellte sich der Außenseiter den spanischen Ballkünstlern entgegen und wehrte sich auch mit nicht immer legalen Mitteln. Oft befanden sich fast alle zehn iranischen Feldspieler im eigenen Strafraum.
Torchancen erspielte sich der Favorit von 2010 daher zunächst kaum. Ein Freistoß von David Silva (25.) landete bei Torhüter Alireza Beiranvand, fünf Minuten später scheiterte der Offensivspieler von Manchester City mit einem Drehschuss nach Vorarbeit von Piqué. Mit einem abgefälschten Schuss hatte Silva gegen Ende der ersten Halbzeit noch einmal Pech.
Nach der Pause erhöhten die Spanier den Druck und kamen durch Piqué, der sein 100. Länderspiel absolvierte, zu einer weiteren Gelegenheit, ehe Diego Costa der überfällige Führungstreffer gelang. Dabei profitierte der Stürmer davon, dass ihn Verteidiger Ramin Rezaeian beim Rettungsversuch anschoss. Für den Angreifer von Atletico Madrid war es nach dem Doppelpack gegen Portugal der dritte Turniertreffer.
Zuvor hatten die Iraner die beste Torchance: Karim Ansarifard traf bei einem Konter nur das Außennetz, kurz darauf wurde ein Treffer der Asiaten wegen Abseitsstellung per Videobeweis nicht anerkannt. In der Schlussphase wurde die Partie wesentlich unterhaltsamer, da die Iraner ihre Mauertaktik aufgeben mussten und auch die Spanier noch zu gute Tormöglichkeiten kamen. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Mehdi Taremi in der 82. Minute per Kopfball.