Vor drei Tagen hat England Tunesien mit 2:1 besiegt. Die allgemeine Bewertung: Die Engländer konnten sich auf ihren Super-Stürmer Harry Kane verlassen, was an sich nicht falsch ist, schließlich hat jener Kane gleich zweimal getroffen. Man kann das aber auch anders sehen, nämlich so: Die Engländer konnten sich auf ihre Super-Standards verlassen. Beiden Kane-Toren ging ein Eckball voraus. Die englischen Ecken bestätigen einen Trend: Mehr als die Hälfte aller Tore in der ersten Turnierrunde (20 von 38 Treffern in 16 Spielen) fielen nach Standards. Man kann das zuspitzen: Wer Weltmeister werden will, muss Ecken, Elfmeter und Freistöße beherrschen. Standards sind Pflicht! Abzulesen ist das auch an der Entwicklung der Deutschen. 2010 schieden sie gegen die damals übermächtigen Spanier aus – weil Puyol den Ball nach einer Ecke ins Tor wuchtete. Vor der WM 2014 rückte Joachim Löw die Standards in den Mittelpunkt. Mit Erfolg: Im umkämpften Viertelfinale gegen Frankreich köpfte Mats Hummels eine Freistoßflanke ins Tor.