Man hätte Usain Bolt gebrauchen können

von Redaktion

Analyse des Mexiko-Spiels ist abgeschlossen, die Lehren daraus sind gezogen, der Plan für Schweden steht

Sotschi – Erstaunliches hat man zu hören bekommen aus den Mündern der Nationalspieler. „Die Medien haben recht: Wir waren nicht gut“, erklärte Sami Khedira. „Es ist in der Tat selten so, dass die öffentliche Wahrnehmung so übereingestimmt hat mit der internen“, führt es Mario Gomez weiter aus. Zwar würden Berichte über Zerwürfnisse im Team keinesfalls stimmen – doch sportfachlich seien die vielen Millionen Bundestrainer mit ihrer Bewertung des 0:1 gegen Mexiko zum WM-Auftakt richtig gelegen. Normal schnappen viele der Top-Profis schnell ein, wenn ihnen Fehler vorgehalten werden. Diesmal investiert man keine Energie in Auseinandersetzung mit der Kritik – man benötigt sie für „Topleistungen – denn nur mit ihnen können wir aus der WM noch ein gutes Turnier werden lassen“, so formuliert es Mats Hummels.

Die Analyse des Mexiko-Spiels hat ergeben: Man war komplett überrascht vom Gegner, der anders agierte, als es im Spielplan von Joachim Löw stand. Sami Khedira: „Wir haben darauf nicht reagiert, keine Lösung gehabt.“ Man habe sich von einem Gegner, der nicht wie erwartet aggressiv presste, sondern abwartete, „verleiten lassen, mit nach vorne zu gehen, weil es verlockend war“ (Hummels) und ihm dadurch Räume gewährt. „Mit 70 Meter Platz können das auch andere Mannschaften gut“ (Khedira). „Das Problem war die Abstimmung zwischen den Mannschaftsteilen. Sind da 30 oder 40 Meter, kann man das nicht verteidigen. Da bräuchte man Usain Bolt, dass das noch einer zuläuft.“

Wie es nun weitergeht? Die Spieler strahlen Entschlossenheit aus, Veränderung erzwingen zu können. Sie versichern, dass sie nun „endgültig kapiert“ (Hummels) haben, was sie als gejagter Weltmeister bei diesem Turnier erwartet und „dass es kein Bonusspiel mehr für uns gibt. Ein Unentschieden gegen Schweden wäre gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Ausscheiden“. Ob eine Dreierkette in der Abwehr der Schlüssel zu mehr Stabilität ist? „Eine Option. Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Hummels, der aber zeifelt, ob Löw so gegen die defensiv erwarteten Schweden spielen lässt. „Wichtig ist, dass man schlau und gewissenhaft spielt“ – unabhängig vom System.

„Die Kunst am Samstag wird sein“, fasst Mats Hummels es zusammen, „dass wir druckvoll und dominant spielen, ohne ins komplette Risiko zu gehen“. Khedira versichert: „Die Mannschaft ist stabil und klar.“  gük

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