Peinlicher Purzelbaum

von Redaktion

Kasan – Er holte tief Luft, sprach ein Gebet, küsste den Ball und wirkte dabei maximal angespannt. Doch weil die Nachspielzeit lief und sein Team zurücklag, schien es, als kreisten Milad Mohammadis Gedanken vor dem letzten Einwurf dieses Spiels einzig um die Frage, ob dem Team wohl noch der Ausgleich gegen Spanien gelinge. Es ging aber noch um etwas anderes.

Der Verteidiger legte schließlich eine Aktion hin, die ihn weltweit in kürzester Zeit berühmt machte. Es war allerdings die Art Ruhm, die niemand will. Statt die Kugel einfach Richtung Strafraum zu schleudern, wagte er eine Variante mit maximalem Blamagepotenzial. Mohammadi setzte zu einer Rolle vorwärts an, in der Hoffnung, mit dem daraus resultierenden Schwung den Ball weiter werfen zu können. Statt dessen geriet ihm die Koordination vollkommen durcheinander, er musste abstoppen und neu ansetzen. Im zweiten Anlauf dann kleinlaut und konventionell. Und wie es im Reporterdeutsch so schön heißt: Der folgende Einwurf brachte nichts ein.

Hätte der Trick geklappt, wäre er regelkonform gewesen. Entscheidend ist, dass beide Beine im Moment des Wurfs den Boden berühren. Es gibt Experten für diese Art, den Ball ins Spiel zu bringen, im Internet finden sich schöne Videos des Isländers Steinthor Freyr Thorsteinsson. Der gilt als Experte für den sogenannten „Flic-Flac-Einwurf“. Bei Milad Mohammadi war es bestenfalls ein Purzelbaum.

Nicht bekannt ist, wie seine iranischen Teamkollegen die Slapsticknummer beurteilten. Dafür meldete sich Kevin-Prince Boateng. „Ich liebe Mohammadi“, twitterte er. Es folgten 16 Tränen lachende Smileys  mb

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