München – Journalisten-Karriere beginnen oft schon im Kindesalter. Und zwar als Wunschtraum. Auch bei Rolf Hofmann, der diese Woche im Alter von 90 Jahren verstarb, ist das einst so gewesen. Als Bub stand für ihn eines fest: Er wollte „zur Zeitung“, wie man damals sagte. Doch dann kam der Krieg, und als Hofmann mit nicht mal 18 Jahren im September 1945 in seine Heimatstadt Coburg zurückkehrte, hatte er auf seinem Lebensweg schon einige schwierige Stationen hinter sich gebracht: Luftwaffenhelfer, Arbeitsdienst, ein Jahr Kriegsmarine, fünf Monate Gefangenschaft. Harte Zeiten. Doch sein Ziel verlor der Franke nicht aus den Augen. Innerhalb eines Jahres holte er das Abitur nach. Es folgte ein Volontariat beim Coburger Tagblatt, bereits mit 24 Jahren stieg er zum Leiter der Sportredaktion auf. In dieser Rolle erlebte er 1954 als Reporter auch den WM-Sieg der deutschen Fußballmannschaft, das Wunder von Bern.
Den Vollblutjournalisten zog es in die Großstadt, 1963 wechselte er zu unserer Zeitung, war zunächst Fußballchef, später Ressortleiter. Nebenher war Hofmann auch als Buchautor tätig, verfasste u. a. als Ghostwriter die Biografie des legendären FC-Bayern-Trainers Tschik Tschaikowski. Zudem berichtete er einschließlich 1978 in Argentinien über alle Fußball-Weltmeisterschaften dieser Zeit.
1979 ging Hofmann zum Bayerischen Landessportverband (BLSV), war dort Pressechef, Redaktionsleiter, schließlich Geschäftsführer. Dem Sport – vornehmlich dem Fußball – blieb er auch im Ruhestand treu. Als Kolumnist schrieb er für unsere Zeitung, das Geschehen beim FC Bayern und TSV 1860 verfolgte er bis ins hohe Alter als aufmerksamer Beobachter. Nun ist Rolf Hofmann mit 90 Jahren in einem Altersheim in Baldham gestorben. mm