Historische WM-Schlappe

Betriebsblind

von Redaktion

Es ist also eingetreten, was in der „Matrix“ (Schlaumeier-Wort von Manager Oliver Bierhoff) nicht vorgesehen war. Deutschland scheidet aus! In der Vorrunde!! Als Titelverteidiger!!! Man könnte jetzt noch schreiben: Und mit diesen wunderbaren Spielern, mit dieser Kadertiefe – und vier Ausrufezeichen dahintersetzen.

Doch das wäre ein Irrtum. So gut sind die deutschen Spieler nicht – man hat es nur zu lange ignoriert, dass sich die Weltklasse in anderen Nationen entwickelte, aber nicht mehr in der eigenen. Schon die EM vor zwei Jahren hätte eine Warnung sein müssen, als man in der Vorrunde kaum ein Mittel fand, schwächere Gegner spielerisch auseinander zu nehmen. Und das Halbfinale gegen das viel cleverere Frankreich redete man sich schön; vor allem Jogi Löw tat das.

Der Bundestrainer ist kein arroganter Mensch, und man muss auch nicht dem ersten Reflex folgen und seinen Kopf fordern. Aber Löw und der gesamte DFB haben eine Haltung entwickelt, die man als Arroganz auslegen kann.

Fehler? Wir doch nicht. Wir sind immer besonnen, in jeder Hinsicht. Die Nationalmannschaft wirkt in ferne Sphären entschwebt, sie ist betriebsblind geworden. Es beginnt – siehe oben – damit, dass sie verkennt, welch schwacher Fußball in der Bundesliga gespielt wird. Es ging weiter mit Fehlern in der Spielerauswahl für die WM. Das Management der Krise, die Özil und Gündogan ausgelöst hatten, war miserabel. Auch die Strandspaziergänge von Jogi Löw – was für ein dummes Zeichen, diese Gockelei, diese Inszenierung von Gelassenheit.

Löws Mannschaft hatte sie nicht. Sie war ein fahriger Haufen hier in Russland, von Beginn an. Die sogenannten Führungsspieler haben das nicht abstellen können, der leitende Angestellte auch nicht. WM-Aus – ein Anlass, jetzt wirklich in die Diskussion zu gehen!!!!! Günter Klein

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