Dolce Vita vor dem Fernseher – Buffon backt

von Redaktion

Wer behauptet, die Italiener seien schlechte Verlierer, muss sich nach dieser Nachricht, die gestern über die Agenturticker lief, neu sortieren: Die Einschaltquoten jenseits der Alpen sind bei der WM in Russland so hoch wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das ist eine gewisse Überraschung, da Italiens Nationalmannschaft das Turnier bekanntlich verpasst hat, was als eine historische Fehlleistung in die Annalen einging.

Die Nachricht ließ die TV-Gruppe Mediaset verbreiten, die im Besitz von Silvio Berlusconi ist – was gewisse Zweifel am Wahrheitsgehalt provoziert. Angeblich hätte sich der Erwerb der Übertragungsrechte bereits jetzt durch die Werbeeinnahmen amortisiert, so die Mediengruppe. Im Dezember hatte man 78 Millionen Euro hingeblättert – obwohl da schon festgestanden war, dass sogar die Spieler der „Squadra Azzurra“ nur vor dem Fernseher sitzen würden. Alle 64 WM-Spiele im Free-TV werden erstmals von den Kanälen des privaten Mailänder Medienunternehmens und nicht von dem öffentlich-rechtlichen Sender RAI gezeigt. Dolce Vita vor dem TV also – wie kann man sich das vorstellen? Gianluigi Buffon (Foto), so gaukelt es zumindest ein Werbespot vor, hat die unverhoffte Freizeit der Nationalmannschaft dafür genutzt, um das Backen zu lernen. Der italienische Star-Torwart liefert so zumindest die passenden Snack-Tipps für seine Landsleute, wenn sie Fußball schauen. Vielleicht ist das ja auch genau das Geheimnis der neuen Gelassenheit auf dem Apennin: Die Italiener backen Süßes wie Buffon – dann schmeckt es nicht ganz so bitter, wenn man den anderen Nationen dabei zuschauen muss, wie sie in Russland den WM-Titel unter sich ausmachen.  awe

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