Garmisch-Partenkirchen – Der Absturz des SC Riessersee aus der DEL2 ist besiegelt – das bestätigte die Liga am Freitag bei der Vorstellung der Lizenzen für die neue Saison. Doch ob und wie es für den Traditionsklub weiter geht, steht in den Sternen. Zuletzt senkte eine Unternehmergruppe, die im Hintergrund wochenlang an einem Ausweg für den schwer angeschlagenen Verein gearbeitet hatte, den Daumen nach unten. Der Grund liegt in der Personalie von Gesellschafter und Geschäftsführer Udo Weisenburger, dessen Geschäftsgebaren die Gruppe letztlich umdenken ließ. „Er hat uns immer wieder belogen“, sagte ein Sprecher.
Womit mit Weisenburger nun also ausgerechnet der Hauptverursacher des finanziellen Chaos die letzte Hoffnung des Klubs ist. Auch auf den bisherigen Partner Red Bull München kann er nicht zählen, der Meister macht den Gang in die Oberliga nicht mit und hat längst einen neuen Klub an der Hand.
Die letzten Hoffnungen auf Rettung hatte das Finanzamt beseitigt, das dem Verein in allen Belangen schlampige Arbeit attestierte: Formfehler, Vereinbarungen für die falsche Liga, fehlende Zahlen aus der Vergangenheit. Verbindlichkeiten von rund 195 000 Euro hätte der SCR gegenüber der Behörde am Donnerstag begleichen müssen. Weisenburger zahlte nicht.
Weisenburger selbst will offenbar immer noch einen Start in der Oberliga anpeilen. Eine wirkliche Chance gibt die nun ausgestiegene Rettungsgruppe dem Vorhaben nicht. Die offenen Rechnungen dürften sich auf einen mittleren sechsstelligen Betrag belaufen. Zudem hat Weisenburger seine Einlage von mehr als 450 000 Euro, für die er bei der Lizenzierung im Budget gebürgt hat, offenbar nur zu einem minimalen Bruchteil erbracht.
„Die logische Konsequenz ist die Insolvenz“, urteilt der Unternehmer. Weisenburger wird sie anmelden müssen. Wenn nicht ein Gläubiger übernimmt. Verzögert der Geschäftsführer diesen Schritt weiterhin, drohen weitere rechtliche Probleme.