Mehr als eine Viertelmillion Kolumbianer haben eine Wiederholung des WM-Achtelfinalspiels zwischen ihrer Fußball-Nationalmannschaft und der Auswahl Englands gefordert. Eine entsprechende Petition hatte am Freitagmorgen rund 270 000 Befürworter. Begründet wird der Vorstoß mit dem angeblich irregulären Elfmeter, den Harry Kane zum 1:0 nutzte, und der angeblich unkorrekten Aberkennung eines Treffers von Carlos Bacca in der Verlängerung. England gewann das Spiel im Elfmeterschießen. Kolumbiens Mannschaft wurde nach dem WM-K.o. in der Heimat von Tausenden Fans begeistert empfangen. „Danke für die Unterstützung. Dieser Empfang entschädigt für alles, was wir noch erreichen wollten. Die Jungs waren sehr mutig, aber es gab viel Hindernisse“, sagte Trainer Jose Pekerman nach der Ankunft des Teams in Bogota. In einem Bus fuhr die Mannschaft dann ins Stadion El Campin, wo rund 30 000 Menschen das Team erwarteten. „Wir möchten Ihnen für all die Freude danken, die Sie uns bereitet haben“, sagte Bogotas Bürgermeister Enrique Penalosa. „Sie haben uns geholfen, als Land zusammenzukommen.“
Nach Diego Maradona hat mit Mario Kempes (63/Foto) ein weiterer Ex-Weltmeister sein Interesse am Job von Argentiniens Nationaltrainer Jorge Sampaoli angemeldet. „Natürlich“, antwortete der ehemalige Stürmer bei ESPN auf die Frage, ob er sich vorstellen könnte, die Aufgabe nach dem Achtelfinal-Aus Argentiniens bei der WM zu übernehmen. Er habe „viel zu tun, aber genug Zeit für ein gutes Projekt, um eine sehr interessante Herausforderung zu meistern“, sagte Kempes. Bei der Heim-WM 1978 hatte er die Albiceleste mit sechs Treffern als Torschützenkönig zum Titel geführt, im Finale beim 2:1 gegen die Niederlande erzielte er beide Tore. Als Trainer konnte Kempes nicht an seine großen Erfolge als Spieler anknüpfen. Zuletzt betreute er Independiente Petrolero in Bolivien – das ist allerdings auch schon sieben Jahre her. Erst Anfang der Woche hatte sich Maradona dem Verband angeboten – er würde die Arbeit auch „umsonst machen. Ich würde nichts dafür verlangen“, sagte der 57-Jährige. Der Weltmeister von 1986 war bereits zwischen 2008 und 2010 Nationaltrainer. Sampaoli ist nach dem WM-Aus gegen Frankreich allerdings noch im Amt. Er besitzt einen Vertrag bis 2022. Maradona, seit langem ein Kritiker Sampaolis, griff den Coach indirekt an: „Ich werde krank, weil alles, was wir mit viel Mühe aufgebaut haben, mal eben so zerstört wurde.“