Bodenmais – Die Torwartfrage bleibt bis zum Ende der Vorbereitung offen, die Diskussionen um einen möglichen neuen Kapitän sind erledigt. „Felix Weber bleibt Kapitän“, stellte Trainer Daniel Bierofka in Bodenmais klar, noch ehe der Innenverteidiger gestern beide Tore zum 2:0 (2:0)-Testspielsieg gegen den VfB Eichstätt beisteuerte. Bierofkas Begründung: „Er ist hier geblieben, als alle vom Untergang des Schiffes geredet haben und hat in der Regionalliga einen super Job gemacht. Damit hat er sich mein Vertrauen verdient.“
Worte, die den 23-jährigen Ohlstädter „schon ein bisschen stolz“ machen, wie er auf Nachfrage zugibt. Doch Weber weiß sehr wohl, dass die Spielführerbinde nicht mit einem Stammplatz-Anspruch einhergeht. „Sicher wird das Aufstiegsdatum, dieser 27. Mai, für immer im Gedächtnis verankert bleiben“, sagt er. „Aber die Saison ist rum, dafür kann sich keiner mehr was kaufen. Jetzt sind wir in der Dritten Liga und wollen da was reißen.“
Wie er die neue Spielklasse einschätze? „Die Gegner sind robuster, schneller und klüger“, sagt Weber. Anders als in der Regionalliga trainiere jeder Club unter Profibedingungen, allein schon deshalb sei verbale Zurückhaltung angebracht. Weber wörtlich: „Als Aufsteiger musst du den Mund nicht aufreißen. Kaiserslautern, Braunschweig und der KSC werden den Anspruch haben, aufzusteigen. Und wenn man sieht, wie Uerdingen einkauft, dann wollen die auch nichts anderes als ganz oben mitzuspielen.“
Mit mangelndem Selbstvertrauen hat Webers Zurückhaltung nichts zu tun. Wichtiger, als über die Stärken der künftigen Gegner nachzudenken sei die Konzentration im Wettbewerb gegen die interne Konkurrenz. „Die Qualität des Kaders ist einen Tick besser geworden“, formuliert es Weber mit der Diplomatie des Kapitäns. Auch auf seiner Position des rechten Innenverteidigers gebe es mit Talent Semi Belkahia (19, Ex-Garching) und dem in Kürze erwarteten Simon Lorenz (21, Bochum) neue Rivalen. „Da muss man sich durchsetzen“, sagt Weber. „Fußballerisch hat jeder unserer Neuen was drauf.“ Auch charakterlich seien keinerlei Defizite festzustellen. Webers Prognose: „Ich glaube schon, dass wir wieder so ein Team werden wie letzte Saison.“ Geschlossenheit und starke Mentalität als Markenzeichen.
Womit nur noch Webers persönlicher Weltmeistertipp offen wäre. „Ich hoffe auf England“, sagt er und lacht, als er in ein paar zweifelnde Reportergesichter blickt. „Three Lions!“ Noch Fragen? ludwig krammer