Vor 20 Jahren stemmte Didier Deschamps als Kapitän von Frankreich den WM-Pokal – nun hat er als Dritter nach Franz Beckenbauer und dem Brasilianer Mario Zagallo die große Chance, den Titel auch als Trainer zu holen. Es wird immer deutlicher, dass der Stratege früherer Zeiten auch in der Moderne die richtigen Wege wählt. Er hat in Russland ein sehr junges Team am Start, trotzdem spielt die „Equipe Tricolore“ abgebrüht.
Vor zwei Jahren war der Druck bei der Heim-WM noch zu groß, jetzt spielen Antoine Griezmann und Kollegen unbekümmerter, zudem sind sie schnell gereift, schneller als jeder Wein oder Käse, und das bekam den Gegnern schlecht. Zwar spielten die Franzosen kaum mitreißend, doch gerade der nüchterne Pragmatismus (einst Gütesiegel des Spielers Deschamps) macht sie ja auch so unbequem. In Paris findet zum Halbfinale erstmals ein Public Viewing statt. Die „Grande Nation“ spürt, dass Deschamps den nächsten WM-Titel zum Greifen nah hat.