Gesperrte Tribüne

von Redaktion

Leere Ränge bei Derby Haching – 1860?

VON MARTIN BECKER

Unterhaching – Der Terminplan des DFB für die 3. Liga bringt die Gemeinde Unterhaching in Bedrängnis. Während der Wiesn, in einem Abendspiel am 25. oder 26. September, wird es zum zuschauerträchtigen Derby zwischen der SpVgg Unterhaching und dem TSV 1860 München kommen. Das Problem: Im Unterhachinger Sportpark ist seit Mai 2017 die Osttribüne seitens der Gemeinde gesperrt – schlimmstenfalls müssten im Drittligaderby also 4500 Plätze leer bleiben, nur 10 500 Zuschauer würden dann ins Stadion passen.

Weil sich unter der Osttribüne früher eine Kiesgrube befand, kam es zu minimalen Setzungen – es entstanden Risse im Beton und kleine Stolperfallen. Weil das Stadion auch ohne Osttribüne für die 3. Liga groß genug sei, will die Gemeinde erst ab 2021 über eine Sanierung nachdenken. Bis dahin müsse die Tribüne gesperrt bleiben: „Sicherheitsfragen haben Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen. Wir haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass kein Zuschauer zu Schaden kommt“, sagt Rathaus-Sprecher Simon Hötzl.

Die SpVgg Unterhaching hält diese Vorsicht für völlig überzogen, wertet die Schäden als eher marginal und würde die Osttribüne auf eigene Kosten sanieren – wenn sie das Stadion auf der Basis von Erbbaurecht übernehmen darf. Über diesen Plan diskutieren Verein und Kommune schon seit über einem halben Jahr, die Entscheidung soll nun am 18. Juli fallen. Käme es zu einer Einigung, stünde eine von der SpVgg Unterhaching beauftragte Fachfirma schon bereit, um die Schalensitze zu demontieren und Risse im Beton zu verfugen.

„Unser Plan ist, das Braunschweig-Spiel Ende August als Testlauf zu nehmen und beim Derby gegen die Löwen Vollgas zu geben“, skizziert Vizepräsident Peter Wagstyl den Zeitplan für die Ertüchtigung der Osttribüne. Klappt das nicht, müsste das Derby gegen die Löwen vor zum Teil leeren Rängen stattfinden. Was den Fans aus beiden Lagern missfallen dürfte. „Eine Schande“ wäre das, schreibt Haching-Fan Franz Buchner in einer E-Mail an die Redaktion unserer Zeitung.

Ein Umzug fürs Derby ins Olympiastadion oder die Allianz-Arena ist bei den Hachingern indes kein Thema. „Wir sind im Sportpark zu Hause, da spielen wir auch“, betont Wagstyl. Fragt sich, vor welcher Kulisse.

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