Quimper – Peter Sagan streckte schelmisch grinsend alle zehn Finger in die Luft, dann fiel er seinem deutschen Edelhelfer Marcus Burghardt um den Hals: Der Ausnahme-Sprinter hat mit spielerischer Leichtigkeit seinen zweiten Coup bei der 105. Tour de France gelandet und nebenbei eine Bestmarke Erik Zabels ausgelöscht. Der slowakische Weltmeister feierte im bretonischen Quimper seinen insgesamt zehnten Etappensieg und holte zum 90. Mal das Grüne Trikot – einmal mehr als Zabel. „Wirklich? Ein Rekord? Das ist schön. Dann habe ich ja wenigstens eine Bestmarke“, sagte Sagan lachend.
Zuvor hatte der 28-Jährige vom oberbayerischen Team Bora-hansgrohe zuvor im Sprint nach einer 204,5 km langen Berg- und Talfahrt durch die Bretagne vor dem Italiener Sonny Colbrelli (Bahrain-Merida) und Philippe Gilbert aus Belgien (Quick-Step Floors) triumphiert. „Der Sprint war durchaus hart“, sagte Sagan, dem die Anstrengungen hernach freilich nicht anzusehen waren. Der Alleskönner ist auf dem besten Wege, das Grüne Trikot zum sechsten Mal in Paris zu gewinnen und damit eine weitere Bestmarke Zabels einzustellen.
Das Gelbe Trikot verteidigte der belgische Olympiasieger Greg Van Avermaet (BMC Racing) als Etappensiebter erfolgreich. Die deutschen Profis spielten am Mittwoch keine Rolle, Klassiker-Spezialist John Degenkolb war im Etappenfinale bereits abgehängt. Auch für die reinen Sprinter wie Marcel Kittel war das Profil der bislang hügeligsten Etappe zu schwierig. Der 14-malige Etappensieger fiel 70 km vor dem Ziel zurück, später erwischte es Andre Greipel.
Die ersten beiden Rennstunden nach dem Start in Lorient waren noch recht unspektakulär verlaufen. Eine siebenköpfige Fluchtgruppe hatte sich kurz nach dem Start vom Feld abgesetzt. .
Als zur Rennhälfte das Auf und Ab mit fünf Bergwertungen der dritten und vierten Kategorie begann, wurde die Gruppe zunehmend kleiner. Parallel dazu wurde auch im dezimierten Hauptfeld das Tempo durch Sagans Bora-Team und der BMC-Mannschaft von Van Avermaet verschärft, Kittel und Co. waren die Leidtragenden.
Sagan hielt sich anders als die Deutschen stets an der Spitze auf. Auch nach der letzten Hürde, der Cote de la montagne de Locronan (3. Kategorie) rund 20 km vor dem Ziel, blieb er vorne – und vollstreckte. sid