„Das gibt’s nur einmal im Leben“

von Redaktion

Sein Lieblingshemd hat Pero zuletzt sogar am Arbeitsplatz getragen. War Ehrensache. Denn Pero, seit 1977 in München lebend und Mitarbeiter der Poststelle unseres Verlags, drängt es derzeit, sich auch äußerlich zu seiner Heimat zu bekennen. Besser gesagt: zur kroatischen Fußball-Nationalmannschaft. Also präsentierte er sich uns mit stolzgeschwellter Brust im rot-weiß-karierten Trikot.

Seit nun schon vier Wochen befindet sich Pero im WM-Fieber. Wobei seine aktuelle Temperatur wohl gegen 40 Grad tendieren dürfte. Ganz besonders zugesetzt haben ihm die K.o.-Spiele. „Drei Verlängerungen, davon zwei mit Elfmeterschießen – das zehrt“, berichtet er vom körperlichen und nervlichen Verschleiß.

Der Fußball hat für Pero, 52, seit jeher eine große Rolle gespielt. Als Fan war er schon 1998 im Prinzenpark-Stadion zu Paris, als Kroatien den Franzosen im WM-Halbfinale 1:2 unterlag. Seither begleitet er sein Nationalteam bei Länderspielen, kennt Fußball-Größen wie Davor Suker oder Ivica Olic persönlich, seit einiger Zeit steht er in nebenberuflichen Scout-Diensten des kroatischen Fußball-Verbandes.

Doch diese Wochen übertreffen alles. „Kroatien im WM-Finale – das gibt es nur einmal im Leben“, sagt er. Weswegen Pero, der sich als Münchner Kroate fühlt, nun auch Reisepläne schmiedet. Sein Bruder Ivan ist schon in Russland, war im Luschniki-Stadion Augenzeuge des Triumphes gegen England. Pero will ihm nun nachfolgen, um am Sonntag in Moskau beim WM-Endspiel dabei zu sein. Noch hat er kein Ticket ausfindig machen können, „eine kleine Hoffnung habe er aber noch immer. „Der Koffer ist gepackt“, sagt Pero, „ich bin abflugbereit.“ Armin Gibis

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