Hockey

Überraschungen bleiben in der Trick-Kiste

von Redaktion

Das Frauen-Nationalteam bereitet sich beim Vier-Nationen-Cup in Grünwald auf die WM in London vor

Grünwald – Ein Testspiel gegen einen Gruppengegner der anstehenden WM: Xavier Reckinger, Trainer der deutschen Hockey-Frauen, findet das komisch. „Einerseits will man zeigen, was man kann. Andererseits kann man nicht alles zeigen“, sagte er nach der 1:2-Niederlage gegen Argentinien am Mittwochabend. So manche Strafecken-Variante hat Reckinger bewusst noch in der Trick-Kiste gelassen: „Wir werden einige Sachen in London als Überraschung auspacken.“

Im Londoner Queen-Elisabeth-Olympiapark beginnt am 21. Juli die WM, darauf arbeiten Reckingers Frauen dieser Tage hin – in Grünwald. Die Hockey-Anlage des TSV, übrigens die deutschlandweit einzige mit Kunstrasenheizung, ist Schauplatz des „Four Nations Cup“. Hier trifft sich die Weltelite: die Niederlande, amtierender Weltmeister und Weltranglistenerster; die „Löwinnen“ aus Argentinien, Dritte bei der WM 2014; die Neuseeländerinnen, die im April die Commonwealth Games gewonnen haben. Der Vier-Länder-Cup ist, eine Woche vor WM-Beginn, der ultimative Test für die „Danas“, wie das deutsche Team genannt wird.

2016 holten die Frauen Bronze bei Olympia in Rio und im vergangenen Winter den Hallenweltmeistertitel. Auch dank Kapitänin Janne Müller-Wieland. 274 Länderspiele kann sie vorweisen, keine Teamkollegin knackt die 200er-Marke. Mit 31 Jahren ist sie die Älteste im 18-Frau-WM-Kader – und trotzdem die Tempomacherin, mit ihren schnellen, präzisen Pässen bestimmt Müller-Wieland das Spiel der Danas von hinten. Vor dem Vier-Länder-Cup sagte sie dem Turnier-Magazin: „Das ist das beste Hockey, das man momentan sehen kann. Skurril, dass das die meisten Menschen hierzulande nicht wissen.“ 650 Zuschauer kamen zum Auftaktspiel gegen Argentinien nach Grünwald – unter ihnen übrigens auch Bayern-Star Arjen Robben.

Feldspielerin Hannah Gablac ist zuversichtlich, dass sich die Hockey-Frauen in der Weltspitze behaupten können: „Wir haben einen Plan, da wächst etwas zusammen“, sagt die 23-Jährige. Sie mahnt aber auch: „Wir müssen nach Gegentoren auf unsere Körpersprache achten und uns immer wieder gegenseitig motivieren.“

Und auf ihren Coach hören: Der Belgier Xavier Reckinger ist – als erster Ausländer überhaupt – seit Mitte Oktober Bundestrainer. Auch weil ihn sein Vorgänger vorschlug: Jamilon Mülders übernahm das chinesische Team, sein früherer Assistent Reckinger die Danas. Am Samstag treffen sie zum Abschluss des Turniers in Grünwald auf die Niederlande (13.30 Uhr), davor messen sich Neuseeland und Argentinien (11 Uhr). Tobias Gmach

Der „Four Nations Cup“

findet im Freizeitpark Grünwald, Südliche Münchner Str. 35C, statt. Der Eintritt zu den Spielen ist kostenlos.

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