Jogi Löw fern des WM-Finales

Erleuchtung im Wald

von Redaktion

Ja, wo isser denn? Joachim Jogi Löw, unser früherer wunderbarer Weltmeister-Trainer und jetzt leider entzauberter WM-Vorrunden-Aus-Coach, hat sich aus der Öffentlichkeit verkrümelt, man hört und sieht nichts mehr von ihm. Es heißt nur, er soll abgeschottet daheim im Schwarzwald sitzen. Ob’s ihm dort wohl gut geht, wenigstens einigermaßen? Man macht sich ja Sorgen. Isst er auch genug? Oder nicht, weil der K.o. von Kasan noch immer schwer an seiner Seele nagt? Und: Wie wird der Arme denn den besonders brutalen WM-Final-Sonntag verkraften?

Er wird sich dieses Endspiel ohne seinerhögschtselbst gar nicht im Fernsehen anschauen, sprich antun, wenn er klug ist. Viel bessere Idee: Vor dem Anpfiff drüben in Moskau rein in die flotten Sportklamotten – und raus in die Natur – und einfach draufloslaufen. Denn der Jogi joggt doch so gerne, dass er eigentlich Joggi heißen müsste.

Im Schwarzwald kann man so herrlich trimmtraben. Die frische Luft hier, die Ruhe und Friedlichkeit der Natur – ach, wie das Geist und Körper stimuliert! Und so wird der Weg durch den Wald für Jogi plötzlich zum Pfad der Erkenntnis, der Erleuchtung. Zu einer echt ganz tiefen spirituellen Erfahrung, irgendwo.

Schau da, ein uralter Baum! Jogi bleibt stehen, umarmt den mächtigen knorrigen Kerl. Und bittet ihn schließlich um Rat. Bäume wissen so viel.

Und auf einmal ist dem Bundestrainer ALLES klar: Wie er den deutschen Fußball ganz schnell wieder ganz groß machen kann. Mit welchem Konzept, welchem Personal und welchem neuen Spielsystem (so viel sei hier schon verraten: es wird eine perfekte Mischung aus Ballbesitz- und Konterfußball sein).

Längst ist es dunkel geworden, doch unglaublich flinken Fußes federt Jogi über Laub und Wurzeln nach Hause. Daheim angekommen kritzelt er flugs seine großen Eingebungen auf ein kleines Stück Papier (der Zettel wird später einmal im DFB-Museum ausgestellt). Der Bundestrainer schaut jetzt nicht einmal mehr nach, wie inzwischen in Moskau das Finale ausgegangen ist. Springt nur noch schnell unter die Dusche – und gönnt danach seiner reifen Haut noch ein bissele Nacht-Pflege-Emulsion. Tut so gut, auch der Seele.

So, nun aber ab in die Heia. Gute Nacht, Jogi, schlaf’ schön! Und morgen früh beginnt die Zukunft!

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