Mit neuer Lockerheit

von Redaktion

Angelique Kerber nach ihrem Sieg in Wimbledon: „Ich bin komplett“

Stuttgart – Angelique Kerber lehnte sich lässig an den Sportwagen, ihre funkelnde Trophäe sah sie immer wieder verträumt an. „So langsam realisiere ich, dass ich Wimbledon-Siegerin bin“, sagte Kerber gestern beim Empfang im Stuttgarter Porsche-Museum. Drei Tage war ihr Triumph im Rasen-Mekka in diesem Moment alt – Erholung fand die 30-Jährige seit dem Finalcoup kaum.

Das soll sich ändern. Erst Anfang August wird Kerber wieder auf dem Platz stehen, wenn mit dem Hartplatz-Turnier in Cincinnati (6. bis 12. August) die Vorbereitung für die US Open beginnt. Bis dahin will die Kielerin unbedingt den ersehnten Grillabend mit ihren Großeltern verbringen und ein paar Tage Urlaub machen. Ein Zustand, an den sich die Tennis-Fans in Deutschland in Zukunft wohl gewöhnen müssen.

Denn Kerber wird, ganz nach dem Vorbild des großen Roger Federer, ihre Turnierteilnahmen künftig deutlich bewusster auswählen und dabei den Fokus auf die Qualität, nicht mehr auf die Quantität legen. „Es geht mir nicht mehr um die Weltrangliste“, sagte die frühere Nummer eins der Welt, die nach ihrem dritten Grand-Slam-Erfolg im Ranking an Position vier geführt wird: „In einem Finale zu stehen, gegen die besten Spieler der Welt auf der großen Bühne – das sind doch die Momente, für die man aufsteht und trainiert.“

Wimbledon nimmt da eine spezielle Position ein. „Ich habe nach 2017 die Motivation vor allem durch Wimbledon wieder gefunden“, verriet Kerber: „Ich habe mir gesagt, dass ich diesen Titel unbedingt noch will.“

Nun hat sie ihn, beim gestrigen Medienspektakel bezeichnete sich Kerber deshalb als „komplett“. Der noch fehlende Sieg bei den French Open in Paris? „Aktuell ist das kein Thema, daran denke ich nicht“, sagte Kerber.

Es ist eine neue Lockerheit, die sogar den auch zu erwartenden Niederlagen ihren Schrecken nehmen. „Wenn ich nämlich die Trophäe von Wimbledon sehe“, sagte Kerber, „dann kommen Gefühle und Emotionen hoch, von denen ich 30 Jahre geträumt habe. Die werden ewig in mir sein.“  sid

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