Hamilton bleibt Stern-Fahrer

Allianz der Starken

von Redaktion

Da greift man doch gern zum Stift: Lewis Hamilton hat nach langem und geschicktem Poker letztlich freudig seinen Namenszug unter das Schriftstück gesetzt, das seinen Verbleib bei Mercedes fixiert – na klar, was sonst. Es wäre ja auch sinnfrei gewesen, hätte er auf diesen Kontrakt de luxe gepfiffen. Der Anschlussvertrag bis 2020 beim silbernen Formel-1- Rennstall beschert dem 33-jährigen Starpiloten jährlich eine üppige Gage von geschätzten 40 Millionen Euro. Noch mehr wert als das viele Geld wird dem schon vorher sehr wohlhabenden Briten aber die sportliche Perspektive sein. Das Sitzenbleiben im (Chef-)Cockpit beim Team mit dem Stern bedeutet für ihn schließlich die Aussicht auf weitere Triumphe und Titel – was soll man sich Besseres wünschen als Formel-1-Pilot?

Dass Hamilton und Mercedes auch künftig gemeinsame Sache machen, ist einfach die logische Fortführung einer bislang außerordentlich ertragreichen Partnerschaft. Drei seiner bis dato vier Weltmeistertitel hat der Brite als Steuermann des Silberpfeils eingesammelt, mit seiner hohen Fahrkunst trug er maßgeblich zur Mercedes-Dominanz der vergangenen Jahre bei. Eine Allianz der Starken, zum beiderseitigen Wohle. Zwar müssen die Silbernen registrieren, dass Red Bull und Ferrari in dieser Saison nähergerückt sind bzw. aufgeschlossen haben. Doch, typisch Hamilton: die verschärfte Wettbewerbssituation motiviert ihn nur noch mehr, aus sich und seinem Team das Optimum herauszuholen. In der WM liegt der Champion trotz einer für ihn holprigen ersten Saisonhälfte mit ungewohnten Patzern nur knapp (8 Punkte) hinter Spitzenreiter Vettel und jener Position, die er als seinen angestammten, natürlichen Aufenthaltsort sieht: ganz vorne, ganz oben. Der Weg zum Titel wird jedenfalls auch heuer nur über den nimmersatten Ausnahmepiloten mit der Nummer 44 führen.

Die nun besiegelte Fortsetzung des britisch-schwäbischen Bündnisses für rasend gute Arbeit ist also keine besonders ersprießliche Nachricht für die Konkurrenz – auch wenn niemand wirklich erwartet hatte, dass es anders kommt und Hamilton als barmherziger Aufbauhelfer zu Haas oder Williams wechselt. Für Sebastian Vettel persönlich birgt die Vertragsverlängerung des großen Rivalen freilich auch einen Aspekt, der ihm nicht unrecht sein dürfte. Er weiß jetzt, dass ihm bei Ferrari ein Teamkollege Hamilton definitiv erspart bleibt, dass der Kelch an ihm vorübergeht, sich intern gegen den britischen Verdrängungskünstler behaupten zu müssen. Ein guter Grund eigentlich für den Heppenheimer, erleichtert – uff! – durchzuatmen.

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