Carnoustie – Martin Kaymer trauerte der verpassten Chance dann doch ein wenig nach. Seine Par-Runde zum Auftakt der 147. British Open bezeichnete Deutschlands bester Golfprofi zwar als „absolut in Ordnung“ – insgeheim hoffte er aber auf viel mehr. „Ich denke“, sagte der 33-jährige Kaymer gestern, „dass bei diesen Bedingungen eine sehr tiefe Runde möglich gewesen wäre“.
Bis kurz vor Schluss befand sich der ehemalige Weltranglistenerste auch auf direktem Wege zu einer solchen, er belegte eine Zeit lang sogar den 3. Rang. Auf den letzten drei Löchern, die Altmeister Bernhard Langer warnend als „das wohl schwierigste Finish der Welt“ bezeichnet hatte, unterliefen Kaymer allerdings noch zwei Bogeys. 71 Schläge standen deshalb am Ende zu Buche und ein Spieler, der hin und hergerissen war. „Ich habe eigentlich gut gespielt und die Abschläge toll getroffen“, sagte Kaymer, der das älteste noch ausgespielte Turnier der Welt um 6.35 Uhr Ortszeit eröffnen durfte.
Aus seinen mitunter hervorragenden Lagen machte er aber zu wenig, er bezeichnete den Tag als „mentalen Kampf, weil die Birdies ja vor einem auf dem Präsentierteller lagen“. Insgesamt notierte der 33-Jährige, der im Juni 2014 seinen bislang letzten Erfolg gefeiert hatte, jedoch nur vier Schlaggewinne. Denen standen ebenso viele Schlagverluste gegenüber – es war also eine ziemliche Berg- und Talfahrt. sid